Lauter und bunter als jede WM-Party
CSD Nordwest 10 000 Demonstranten und Zuschauer ziehen durch Innenstadt – Gäste aus Groningen
Zogen alle Blicke auf sich: Angeführt von Oberbürgermeister Gerd Schwandner, Groningens Bürgermeister Peter Rehwinkel und der Showband Rastede zog die CSD-Parade auch durch die Fußgängerzone. BILD: Kai Niemann 
von Patrick Buck
Oldenburg - Sie waren auch für vuvuzela-abgestumpfte Ohren nicht zu überhören: Tausende Lesben und Schwule zogen am Sonnabend lauter, musikalischer und bunter als eine südafrikanische WM-Party durch die Innenstadt. Bestaunt und bejubelt von jeder Menge Schaulustiger forderten sie beim Christopher-Street-Day (CSD) Nordwest mehr Rechte und Toleranz ein. Insgesamt waren rund 10 000 Demonstranten und Zuschauer auf der Straße.
Vereine, Organisationen und Parteien hatten wieder bunt geschmückte Festwagen auf die Strecke geschickt. Jeder einzelne war gleichzeitig sowohl Aushängeschild für die Forderungen an Politik und Gesellschaft, als auch mobile Partyhochburg, auf der ausgelassen gesungen und getanzt wurde. Dazwischen sorgten die Showband Rastede und die Trommel-Gruppe Feuersalasamba für den richtigen Rhythmus.
Mittendrin im Umzugsgetümmel auch internationaler Besuch: Eine Abordnung aus Groningen war der Einladung der Oldenburger Organisatoren gefolgt. Trotz des zeitgleich stattfindenden WM-Spiels der niederländischen Fußballnationalmannschaft reihten sie sich in die Parade ein. „CSD ist wichtiger als Fußball“, sagte Sandro Kortekaas. Über die Einladung an die Hunte habe er sich sehr gefreut. „Das ist sehr gut für den Austausch untereinander.“
Sehr stolz waren die Groninger auch, dass ihr Bürgermeister sie begleitete. Peter Rehwinkel, ein bekennender Homosexueller, führte gemeinsam mit seinem Ehemann sowie Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner die Demonstration an.
„Mit der Einladung wollten wir unserem Namenszusatz ’Nordwest’ alle Ehre machen“, begründete CSD-Sprecherin Annie Heger die Bewerbung der Parade in den Niederlanden, aber auch in Bremen und ganz Niedersachsen. Der Gegenbesuch in Groningen, wo die Homosexuellen im kommenden Jahr „Roze Zaterdag“ feiern, sei bereits fest eingeplant.
Heger zog zudem ein positives Fazit: „Wir hatten sehr, sehr viele Teilnehmer und vor allem Demonstranten, die sich bewusst waren, warum sie hier sind.“ Man habe klar gemacht, was noch erreicht werden müsse.
Im Anschluss an die Parade trafen sich Teilnehmer und Zuschauer zum Kulturfest auf dem Platz hinter dem Prinzenpalais. Später wurde bei der „Night of The Pride“ in der Kulturetage bis tief in die Nacht gefeiert.
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