Christopher Street Day in Oldenburg: 5000 folgen Farben des Regenbogens
Homosexuelle demonstrieren für mehr Rechte – 4500 Schaulustige an der Strecke
Mitten durch die Fußgängerzone: Wer am Sonnabend die Innenstadt zum Einkaufen besuchte, konnte die farbenfroh geschmückten Wagen des Christopher Street Days kaum übersehen. BILD: Hauke-Christian Dittrich 
von Patrick Buck
Oldenburg - Bunt, laut und skurril: Der Christopher Street Day (CSD) Nordwest an diesem Sonnabend hielt das Versprechen, die amüsanteste und verrückteste Demonstration zu sein. Im Zeichen der Regenbogen-Farben zogen tausende Lesben und Schwule durch die Innenstadt, um für ihre Rechte einzutreten.
Trotz eher schlechter Wetterprognosen (die sich allerdings nicht bewahrheiteten), freuten sich die CSD-Organisatoren vom Lust e.V. über regen Zuspruch. „Der Demonstrationszug war so lang wie noch nie“, jubelte der Vorsitzende Klemens Sieverding nach der Ankunft am Prinzenpalais der Menge übers Mikrofon entgegen. 5000 Menschen hätten sich den bunt geschmückten Wagen angeschlossen, 4500 Schaulustige seien an der Strecke gewesen.
Artikel: Unbequemes Motto bekräftigt Kritik an Homophobie
Spezial: Weitere Berichte, Fotos und Videos zum CSD in Oldenburg
Vorneweg marschierten Oberbürgermeister Gerd Schwandner und die neue Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Direkt danach folgten die ersten Vertreter aus dem Kuriositäten-Kabinett: Die Herren der Power-Puschels aus Siegen, der wohl bärtigsten Cheerleader-Gruppe aller Zeiten, schwangen ihre Puschel und avancierten nicht nur auf der Strecke, sondern auch später auf der Bühne zu Publikumslieblingen.
Natürlich waren die meisten Teilnehmer der Demo ohne Verkleidung erschienen. Sie hielten einfach Schilder und Banner hoch oder tanzten zur lauten Musik auf den Ladeflächen der Lastwagen. Doch das Publikum war natürlich gekommen, um die Paradiesvögel zu bestaunen. Manche trugen Lack und Leder, andere Strapse und Playboy-Ohren, wieder andere hatten viel Aufwand in den Kopfschmuck gesteckt.
Zu ihnen gehörte Christian, der mit Kleid und einer riesigen Hutkonstruktion in jedem Jahr für viele ein Grund ist, die Kamera herauszuholen. „Meine Großmutter war Hutmacherin. Das scheint irgendwie in den Genen zu liegen“, erzählte er. Die Hochzeit von William und Kate war diesmal das Thema oberhalb seiner riesigen Krempe. Der Hut sei übrigens gar nicht so schwer. „Aber der Wind ist eine Katastrophe.“
Nach der Demo folgte ein Programm aus Musik und Show auf dem Platz am Prinzenpalais, moderiert von Komiker Ole Lehmann. Auch die Nacht gehörte den Lesben und Schwulen. Bei mehrere Partys, unter anderem in der Kulturetage, feierten sie den CSD und sich selbst.
- Die CSD-Demonstration wird erwachsen: Zum 18. Mal zieht der bunte Zug zum Christopher Street Day (CSD) am Sonnabend, 16. Juni, durch die Innenstadt, um mehr Rechte für Schwule und Lesben einzufordern. Zum ersten Mal kooperiert der Verein „Lust“ mit der Stadt und der Oldenburg Tourismus und Marketing (OTM).mehr
- „Homophobie tötet“, war auf einigen Schildern zu lesen. Ein schweres thematisches Gegengewicht zu der Freude, die der Christopher Street Day Nordwest eigentlich ausstrahlte. „Das unbequeme Motto ist gut gewählt“, meinte dazu Dagmar Sachse.mehr
- Christopher Street Day (CSD) in Oldenburg: Tausende Lesben und Schwule haben am Sonnabendmittag in der Innenstadt für Toleranz und gegen Diskriminierung demonstriert. Unter dem Motto ... „Homophobie tötet" startete vom Bahnhofsviertel aus ein.mehr
- Wenn die Demonstration am Sonnabend, 18. Juni, beendet ist, haben die CSD-Teilnehmer und die vielen Zuschauer am Rande noch längst keine Ruhe. Dann folgt die politisch-kulturelle Abschlusskundgebung, „auf der unsere Anliegen noch mal gebündelt thematisiert werden“, sagt CSD-Sprecherin Annie Heger.mehr



