OLDENBURG, 20. Juni 2011


Unbequemes Motto bekräftigt Kritik an Homophobie

Abschlusskundgebung am Prinzenpalais – Redner listen Erfolge und Aufgaben auf


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Forderung: Beim CSD ging’s auch ernst zu. BILD: Raphael Krämer  Bild vergrößern

von Patrick Buck

Oldenburg - „Homophobie tötet“, war auf einigen Schildern zu lesen. Ein schweres thematisches Gegengewicht zu der Freude, die der Christopher Street Day Nordwest eigentlich ausstrahlte. „Das unbequeme Motto ist gut gewählt“, meinte dazu Dagmar Sachse. Die frischgebackene Sozialdezernentin hatte auf der Abschlusskundgebung ihren ersten Auftritt vor ganz großem Publikum, da ihr OB Gerd Schwandner das Grußwort der Stadt überlassen hatte.

„Oldenburg ist eine Stadt für alle“, betonte Sachse in ihrer Rede. Man könne stolz auf das Erreichte sein, dürfe aber nicht weitere Aufgaben vergessen. „Erst wenn ein Fußballnationalspieler seinen Lebensgefährten zum Spiel mitbringt und das selbstverständlich ist, dann haben wir es geschafft.“



Der Hinweis auf Homophobie im Sport war ein oft angeschnittenes Thema der Redner. „Ein Skandal“ sei es, so Grünen-Bundesvorstands-Mitglied Astrid Rothe-Beinlich, dass man sich dort nicht oute. Zudem forderte sie Gleichberechtigung für schwule und lesbische Paare beim Thema Nachwuchs. „Wir müssen nicht so tun, als ob in Deutschland schon alles wunderbar wäre.“

Die Bekämpfung von Vorbehalten gab der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf als Ziel aus. Dies müsse schon früh geschehen, daher müsse die Aufklärungsarbeit an Schulen verbessert werden. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Gerd Koop, Vorsitzender des Präventionsrates.

„Toleranz und gegenseitiger Respekt entwickeln sich nicht von alleine, sondern müssen aufgebaut und gepflegt werden“, sagte er. Positiv hob er hervor, dass es Interesse der Oldenburger Lesben- und Schwulenbewegung gebe, Mitglied im Präventionsrat zu werden.

Das schwerwiegende Motto des CSD erklärte indes Klemens Sieverding, Vorsitzender des Lust e.V., genauer. So werde Homosexualität in manchen Ländern mit dem Tode bestraft, in anderen Gesellschaften provoziere der soziale Druck den Suizid. Zudem würden sich Homosexuelle der Karriere oder des privaten Umfelds wegen verstellen und sogar heterosexuelle Partnerschaften zum Schein eingehen. In seinen Worten: „Homophobie tötet Seele.“


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