Islam-Abend:
Jüdische Publizistin mischt sich ein

Evelyn Hecht-Galinski unterstützt Dr. Yavuz Özoguz – Brief an Oberbürgermeister

Der Streit um die Nutzung der Markthalle durch Dr. Yavuz Özoguz zieht weitere Kreise. Jetzt hat sich die Publizistin Evelyn Hecht-Galinski zu Wort gemeldet.

Delmenhorst Evelyn Hecht-Galinski ist eine streitbare, wenn auch nicht unumstrittene Frau. Die im Schwarzwald lebende Publizistin, Tochter des ehemaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland Heinz Galinski, hat sich eingemischt in den Konflikt um die Nutzung der Delmenhorster Markthalle durch den Verein „Islamischer Weg“. In einem per E-Mail auch an die Lokalpresse versandten Schreiben fordert Hecht-Galinski Oberbürgermeister Axel Jahnz dazu auf, dem Referenten Dr. Yavuz Özoguz „die Gelegenheit (zu) geben, für das friedliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen auch öffentlich einzutreten, wie er es stets getan hat“. Hecht-Galinski in ihrem Schreiben weiter: „Mir werden Sie sicherlich keinen Antisemitismus vorwerfen wollen, bin ich doch selbst eine deutsche Bürgerin mit jüdischen Wurzeln.“ Sie setze sich „seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit für Palästinenser und gegen Islamophopie ein.“

Hecht-Galinski und Özoguz sind seit Jahren miteinander bekannt. Beide betonen, dass Kritik am israelischen Staat und seiner Politik legitim sein müsse. Hecht-Galinski: „Mit großem Unbehagen sehe ich, wie immer häufiger versucht wird, Antisemitismus und Antizionismus in einen Zusammenhang zu bringen, um so Israel-Kritik und Judenhass in Zusammenhang zu bringen.“

Für Oberbürger Jahnz indes steht fest: „Wer gegen die Existenz eines Staates ist, hat die Grenze überschritten“, sagte er auf NWZ -Nachfrage. Womit er sich auf Äußerungen von Özoguz bezieht, die inhaltlich zumindest so gedeutet werden können. Jahnz weiter: „Ich werde auf jeden Fall mit der Markthallen-Nutzungssatzung in die politische Beratung gehen. Bis zum Kommunalwahlkampf 2016 müssen wir eine klare Regelung für die Nutzung haben.“

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