RASTEDE, 13. September 2010


„Es gibt doch ein Leben nach dem Rastede-Jubiläum“

Ellernrede NWZ-Redakteur Wolfgang Müller zeigt Rastede Visionen auf – „Jetzt gehen wir ellern“


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Zeigte Rastede auf höchst humorvolle Weise Visionen auf: Wolfgang Müller, Ellernfestredner 2010. BILD: claus stölting  Bild vergrößern

von Claus Stölting

Rastede - Eines stellte der Ellernredner des Jahres 2010 gleich heraus: „Es gibt doch ein Leben nach dem Jubiläum“, wusste Wolfgang Müller. Keine zwei Wochen zuvor in den Vorruhestand verabschiedet (wir berichteten), gab der NWZ -Redakteur am Sonnabend auf dem Ellernfest eine Abschiedsvorstellung – und damit auch eine Art Liebeserklärung an die Gemeinde, „die doch eigentlich alles hat – hätten wir in der Region griechische Verhältnisse, müsste Rastede den Nachbargemeinden noch etwas abgeben“. „Spitze“ sei Rastede sowieso: Mit Weltmeistern im Lkw-Geschicklichkeitsfahren, einer Vizeweltmeisterin im Wakeboarden oder der Weltsiegerin Yusra – die Windhündin aus dem Ollerkamp.

Doch auch wenn Rastede „die wohl engste Ortsdurchfahrt, den größten Springbrunnen, die größte Kohlfahrt aller Zeiten, die höchste Dichte an Straßencafes und Immobilienbüros und das schönste Industriegebiet hat, weil dort nur die Natur beziehungsweise der Rest derselben arbeitet“, fehle in der Gemeinde noch so einiges, meinte der Ellernredner. Und war damit bei den Visionen für den Residenzort angekommen: Kürzere Ferienzeiten, damit bei den hervorragenden Schulen in der Gemeinde kein Tag verschenkt wird, Freizeiteinrichtungen im Industriegebiet an der B 211, Schlittschuhlaufen im Sommer auf dem Ellernteich, weil die Wärme des Gewässers für das Freibad genutzt wird – und endlich ein Fischgeschäft im Ort.

Schließlich fehlten auch Tipps für die Zukunft nicht: Wie Autofahrer die Wartezeiten vor den Rasteder Ampeln und Schranken verkürzen können („Meditieren Sie einfach ein bisschen oder denken Sie über die Zeit nach“). Wie die Bürger den Rat mit Arbeit eindecken könnten, verriet der Ellernredner ebenfalls.

Zurück in der Gegenwart, beklagte sich Wolfgang Müller darüber, dass er als Ellernredner nicht einmal mehr über die Zustände bei der ehemaligen Kleeblatt-Klinik hatte wettern können, seitdem das Gebäude von der Awo übernommen worden ist: „Bald haben wir gar nichts mehr, über das sich die Einwohner aufregen können – wie gut, dass man dann wenigstens noch über die Gewerbegebiete meckern kann“.

Doch spätestens beim Ellernfest stehe dann wieder das Vergnügen im Vordergrund, wenn es heißt: „Lass uns ellern gehen“ – womit der Ellernredner gleich eine neue Wortschöpfung für das Feiern auf diesem nun schon zum 34. Mal ausgerichteten Traditionsfest kreierte.

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