„Es gibt keine typischen Männer- und Frauenberufe“
Spaß an Mathe und Physik, Elan, Durchhaltevermögen und Selbstständigkeit – so fasst Doreen Otto die wichtigsten Voraussetzungen für ihren Ausbildungsberuf zusammen. BILD: Romey 
Doreen Otto ist Elektrikerin für Energie- und Gebäudetechnik -
Lösungen zu finden und kreativ zu sein mag die 18-jährige Doreen Otto. „Ich sehe hier, was ich geschaffen habe“, sagt die Auszubildende zur Elektrikerin für Energie- und Gebäudetechnik.
Interesse daran hatte sie schon mit zwölf Jahren, erinnert sie sich. Gezielt suchte sie sich Jahr für Jahr einen Praktikumsplatz in einem Betrieb, der im Elektrobereich ausbildet. Der Betrieb Thomas Sulecki Elektrotechnik in Ganderkesee gefiel Doreen Otto so gut, „hier wollte ich arbeiten“, erzählt sie lachend.
„Aus einer Stahlkiste, Leitungen und Schaltermaterialen für Gebäudetechnik entsteht ein fertiges Teil“, ein Schaltschrank für Steuerungstechnik ist das Ergebnis, begeistert sich die Auszubildende im ersten Lehrjahr. Ihre Entscheidung bereut sie nicht, auch sei das Arbeitsklima mit ihrem männlichen Kollegen „richtig gut“.
Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, die beiden Chefs, Geschäftsführer Thomas Sulecki und Oliver Jaster haben „gern und bewusst“ die Bewerbung von Doreen angenommen, da sich bereits im Praktikum gezeigt habe, „dass es passt“. Zudem habe der Betrieb sehr gute Erfahrung mit einer weiblichen Kollegin im Büro und praktischen Bereich gemacht, die jetzt im Mutterschutz sei. „Wir wollten gern eine Kollegin, das tut unserem Arbeitsklima hier sehr gut“.
Elan und Durchhaltevermögen erfordere dieser Beruf, auch Selbstständigkeit sei gefragt, sagt Doreen Otto. Voraussetzung seien Realschulabschluss und gute Noten in Mathe und Physik. Praktisch wäre es auch, nicht überempfindlich gegen Schmutz zu sein. „Probleme erst einmal selber lösen“, ist ihre Devise, denn „Hilfe holen kann man immer noch“. Doch hier helfe man sich gegenseitig. Die Nachteile, im heißen Sommer auf dem Dachboden oder im kalten Winter draußen zu arbeiten nennt sie „nicht tragisch“.
Nach ihrer Ausbildung will sie als Gesellin arbeiten, die Möglichkeit Technik zu studieren, plane sie später. In der Berufsschulklasse sitzt sie mit 23 männlichen Azubis zusammen, doch gibt es für Doreen keine typischen Männer- und Frauenberufe. „Wer Zeit und Lust hat, soll das machen, was ihm Spaß macht“, ist sie überzeugt.
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