Oldenburg speichert zunehmend Sonne
Auf Oldenburgs Dächern werden immer mehr Solaranlagen montiert. Nach Angaben der EWE wuchs die Zahl der installierten Anlagen im Stadtgebiet allein von 2007 bis 2009 von 284 auf 462 – eine Zunahme von satten 163 Prozent. Die installierte Leistung hat sich im gleichen Zeitraum von 1197 auf 2911 Kilowatt nahezu verdreifacht.
Der Oldenburger Unternehmer Hartwig Schmidt gehört zu den Investoren – und weiß, warum die Leistung viel stärker steigt als die Zahl der Anlagen vermuten lässt. Auf dem Dach der Hallen seines Unternehmens „Max Ullmann Holzwerkstätten“ in Wechloy werden zurzeit vom Sandkruger Unternehmen Hentschel Solarmodule der neuesten Generation montiert – mit hochgradig verbessertem Wirkungsgrad. „Leistungsmäßig könnten wir damit unseren Maschinenpark betreiben“, sagt Schmidt. Er werde den Strom aber ins Netz einspeisen, weil das höher vergütet werde als selbst genutzter Solarstrom. „Wir können aber jederzeit umswitchen, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern“, sagt der Investor.
Grundsätzlich gehe es ihm aber auch nicht unbedingt darum, dass sich die Investition von 200 000 Euro schnell amortisiere: „Es ist eine Investition in das Wohlbefinden“, stellt er klar. Aus gleichen Gründen habe das Unternehmen auch 140 000 Euro in eine Wärmepumpen-Anlage investiert, die das gesamte Gebäude heize – eine Gastherme gebe es nur für den Notfall.
Das 25-Mann-Unternehmen sei unter der Leitung des geschäftsführenden Tischlermeisters bundesweit im hochwertigen Segment für Innenausbau und Ladenbau sowie Treppen positioniert – „und so hochwertig wie unser Maschinenpark soll auch unsere Energieversorgung sein“, sagt Schmidt. Doch nicht nur bei den Investitionen in Solarstandort. Mit Aleo Solar sitzt die Zentrale einer der großen Modulhersteller in der Stadt, das Unternehmen NQ Energy sucht aus dem Gewerbegebiet Tweelbäke heraus geeignete Dächer für Investoren – und Sibylle Petrak berät mit ihrem Unternehmen „Focus Solar“ aus dem Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO) die Solarbranche in Fragen der Klima- und Standorteignung. Und das nicht nur in Oldenburg: Man bediene die Kernmärkte Europa, Nordamerika, Afrika und den Nahen Osten, hieß es aus dem Unternehmen. Seit neuestem übrigens auch im Internet. Dort können Interessenten kostenpflichtige Ertragsprognosen für ihr Dach erhalten.
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