OLDENBURG, 17. Januar 2012


„Netzentgelte verteuern Strom“

Ewe Preis steigt um drei Prozent – Belastung auch durch neue Industrieumlage


Auf rund eine Million Kunden kommt zum 1. März ein Anstieg zu. Die letzte Erhöhung liegt knapp ein Jahr zurück.

von Jörg Schürmeyer

Oldenburg - Rund eine Million Stromkunden der EWE müssen sich auf höhere Preise einstellen. Wie der Oldenburger Versorger am Montag mitteilte, steigt der Preis zum 1. März für alle Stromprodukte mit Ausnahme der Festpreisangebote um brutto 0,83 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Bei dem von rund 70 Prozent der Kunden genutzten Grundversorgungstarif („EWE Strom comfort“) bedeute dies einen Anstieg von 24,16 auf 24,99 Cent brutto. Da der monatliche Grundpreis unverändert bei 5,95 Euro bleibe, komme auf den Kunden eine prozentuale Erhöhung von etwa drei Prozent zu. Netto erhöht sich der Preis von 20,30 Cent je kWh auf 21,00 Cent. Auch andere Produkte, zum Beispiel der Ökotarif „EWE Strom Naturwatt“, erhöhten sich um brutto 0,83 Cent.

Als Grund für die Erhöhung gab EWE den Anstieg der Netzentgelte, der EEG-Umlage sowie die neu eingeführte Industrieumlage an. „Wir hätten den Strompreis für unsere Kunden gerne weiter stabil gehalten, können aber die Höhe der Netzentgelte nicht beeinflussen und müssen natürlich auch die Einführung der Industrieumlage so akzeptieren“, sagte Jörg Budde, Vorstand der EWE Energie AG.

Bei der von der Bundesregierung zum Jahreswechsel eingeführten Industrieumlage konnten sich stromintensive Unternehmen von der Zahlung der Netzentgelte befreien lassen. Die dadurch entstandenen Kosten werden auf alle anderen Stromverbraucher in Deutschland umgelegt.

Budde verwies darauf, dass mittlerweile rund 70 Prozent des Strompreises auf Steuern, Entgelte und Umlagen entfielen (siehe Grafik). Dem vom Unternehmen beeinflussbaren Anteil des Strompreises habe EWE hingegen auf dem Niveau des Vorjahres stabil gehalten, so Budde.

Ein EWE-Sprecher verwies auf Anfrage darauf, dass wechselwillige Kunden bis zum 31. Januar ein Sonderkündigungsrecht hätten. Der Grundversorgungstarif sei ohnehin monatlich kündbar. Nicht von der Erhöhung betroffen sei das Festpreisangebot „EWE Strom fix“.

Die letzte Strompreiserhöhung der EWE liegt knapp ein Jahr zurück. Zum 1. Februar 2011 war der Preis um 4,6 Prozent gestiegen. Auch die damalige Anhebung hatte der Versorger mit der gestiegenen EEG-Umlage begründet.

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