Oldenburger EWE 2011 mit Millionen-Verlust
Bilanz Geänderte Bilanzierung des 47,9-Prozent-Paketes an Leipziger VNG als Grund
Oldenburg - Der Oldenburger Versorger EWE ist 2011 in die roten Zahlen geraten. Man erwarte ein negatives Ebit (Betriebsergebnis, vor Zinsen und Steuern) „im niedrigen dreistelligen Millionenbereich“, teilte der Vorstand am Montag in einer Pflichtmitteilung für die Börsen mit.
Noch beim Halbjahresbericht war man zuversichtlich gewesen, im Gesamtjahr ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Dies lasse sich „nicht aufrechterhalten“, hieß es nun. Wesentlicher Grund sei die „veränderte Bilanzierung der VNG Verbundnetz Gas AG“ in Leipzig.
Die EWE hält 47,9 Prozent an VNG. Vorgesehen war der Verkauf dieses Paketes (das wegen der Umwälzungen in der Branche deutlich an Wert verlor) noch 2011 an EnBW. Dies misslang aber.
Das hat Folgen für die Buchhaltung. In Einklang mit den internationalen Bilanzierungsregelwerk „IFRS“ weise man die Beteiligung deshalb nun wieder nach der „at-equity-Methode“ in seiner Konzernbilanz aus. Dies ist eine Art Wertfortschreibung des Beteiligungswertes. Dieser Effekt mindere das Ebit im Konzernabschluss voraussichtlich um rund 154 Millionen Euro.
Offen blieb zunächst, wie hoch der Verlust 2011 bei EWE „unter dem Strich“ ausfallen wird. Auch der letztlich für die Dividendenzahlung entscheidende Abschluss gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) sei noch in der Bearbeitung, sagte ein Sprecher. Zu eventuellen Auswirkungen eines Verlustes auf die Dividendenhöhe gab es keine Angaben.
Auch für 2010 hatte die EWE (laut IFRS) Verlust ausgewiesen. Landkreise und Städte als Eigentümer hatten dennoch Dividende erhalten. Der vollständige Abschluss wird am 17. April vorgelegt.
EWE-Sprecher Daniel Waschow sagte auf Anfrage, der Vertrag mit EnBW zur Übertragung der EWE-Anteils an VNG sei weiterhin gültig. Seit Januar hätten beide Seiten die Möglichkeit zum Rücktritt. Man prüfe, wie man mit der neuen Situation umgehe.
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