EWE will mehr Effizienz und weniger Kosten
Energie Versorger plant bis 2013 Konzernumbau – Auch Abbau von Arbeitsplätzen
Oldenburg - Energiewende, gescheiterter VNG-Verkauf, ein erwartetes Minus im dreistelligen Millionenbereich – hinter der EWE liegt ein schwieriges Jahr 2011. Erst am Dienstag hatte die Ratingagentur Moody’s die Bonitätsnote des Versorgers um eine Stufe gesenkt.
Der Oldenburger Versorger sieht Handlungsbedarf. Wie EWE-Sprecher Daniel Waschow am Mittwoch dieser Zeitung sagte, habe der Konzern deshalb bereits im vergangenen Jahr eine interne Analyse gestartet, die aufzeigen sollte, in welchen Bereichen Verbesserungen möglich sind. Ein zentrales Ergebnis: Durch das Wachstum und Zukäufe wie die Bremer SWB seien in den vergangenen Jahren „Doppelstrukturen und Ineffizienzen“ entstanden – insbesondere in Zentralbereichen der Verwaltung.
Bis zum Sommer 2013 sollen deshalb die teilweise noch nebeneinander existierenden Zentralen von EWE AG, EWE Energie AG und SWB unter einem Dach zusammengeführt werden. „Zukünftig soll eine Holding die Steuerung und Führung des EWE-Konzerns übernehmen“, sagte Waschow. „Ziel ist es, durch die Zusammenführung der Holding-Funktionen dieser drei Gesellschaften die Abläufe im Unternehmen effizienter zu machen und Kosten zu sparen“, sagte er. Mitarbeiter und Führungskräfte seien in den vergangenen Tagen über den Plan informiert worden.
Der geplante Umbau werde auch zu einem Stellenabbau führen. Wieviele Arbeitsplätze am Ende wegfallen könnten, lasse sich heute aber noch nicht beziffern, sagte Waschow. Von den rund 8500 Mitarbeitern des Konzerns seien weniger als 1000 in den betroffenen zentralen Verwaltungsbereichen tätig. „Es wird sichergestellt, dass keiner der Standorte gegenüber einem anderen unangemessen benachteiligt wird“, betonte er. Auch der Vorstand soll verkleinert werden – von jetzt acht Mitgliedern auf fünf.
Spekulationen, dass die SWB von EWE „geschluckt“ werden könnte, wies der EWE-Sprecher entschieden zurück. Die EWE hatte Ende 2009 ihren Anteil an SWB auf 100 Prozent minus einer Aktie aufgestockt. Auch an den Markenauftritten ändere sich nichts.
- Der Oldenburger Versorger EWE baut seinen Vorstand um. Die Aufsichtsräte der EWE AG und der EWE Energie AG beschlossen am Freitag, dass künftig ein fünfköpfiger Vorstand dem Konzern vorstehen soll. Die neue Struktur soll „schnellere und marktnähere Entscheidungen ermöglichen“, heißt es in einer Pressemitteilung.mehr
- Die „Sign“-Affäre wird vorerst nicht vor Gericht verhandelt: EWE und Agentur Prevent haben sich eine Woche vor dem Verhandlungstermin am 25. April auf einen Vergleich geeinigt, Prevent-Chefin Claudia del Valle zahlt 800 000 Euro zu viel erhaltene Sponsorgelder an den Energieversorger zurück.mehr
- „Skeptisch“ sei man gewesen vor den Gesprächen, gibt EWE-Sprecher Daniel Waschow zu. Schließlich waren erste Vergleichsverhandlungen zwischen EWE und Agentur Prevent im November 2011 gescheitert; „nicht akzeptabel“ nannte Waschow damals die Vorstellungen der Agentur.mehr
- Die EWE will nach zwei Jahren in den roten Zahlen mit einem Sparkurs wieder Gewinne machen und sieht in der Energiewende positive Möglichkeiten für den Konzern. Bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag bestätigte Vorstandschef Werner Brinker vorläufige Zahlen, wonach der Oldenburger Versorger 2011 einen Verlust von 281,9 Millionen Euro (2010: 246,6 Millionen) hinnehmen musste.mehr


