Grüne fordern Aufklärung über EWE-Sponsoring
Anfragen Abgeordnete Korter kritisiert Taktik der Regierung – Es geht auch um das Sign-Projekt
Hannover - Die Grünen fordern schnelle Aufklärung über die Beziehungen zwischen der schwarz-gelben Landesregierung und dem Oldenburger Energiekonzern EWE. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) zeigte sich verärgert darüber, dass die Regierung zwei von ihr gestellte Anfragen im Landtag erst im März beantworten will. Vor dem Hintergrund der Wulff-Affäre habe sie ein größeres Interesse der Landesregierung an Aufklärung erwartet, sagte Korter dieser Zeitung.
Die Grünen-Politikerin vermutet, dass EWE versucht haben könnte, mit Spenden Einfluss auf die schwarz-gelbe Koalition zu nehmen. „Es ist merkwürdig, was EWE alles sponsert“, sagte Korter mit Blick auf die finanzielle Unterstützung des Unternehmens für den umstrittenen Nord-Süd-Dialog. Möglicherweise fehle einigen Regierungsmitgliedern die kritische Distanz zur Wirtschaft. Bei Korters Anfragen geht es unter anderem um das Schulprojekt „Sign“, das von der EWE finanziell und vom Kultusministerium mit Lehrerstunden unterstützt wurde. Die Mittel sollen zum Großteil nicht für die Präventionsarbeit ausgegeben worden sein, sondern auf Privatkonten der Geschäftsführerin der Präventionsagentur geflossen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
- Der Oldenburger Versorger EWE baut seinen Vorstand um. Die Aufsichtsräte der EWE AG und der EWE Energie AG beschlossen am Freitag, dass künftig ein fünfköpfiger Vorstand dem Konzern vorstehen soll. Die neue Struktur soll „schnellere und marktnähere Entscheidungen ermöglichen“, heißt es in einer Pressemitteilung.mehr
- Die „Sign“-Affäre wird vorerst nicht vor Gericht verhandelt: EWE und Agentur Prevent haben sich eine Woche vor dem Verhandlungstermin am 25. April auf einen Vergleich geeinigt, Prevent-Chefin Claudia del Valle zahlt 800 000 Euro zu viel erhaltene Sponsorgelder an den Energieversorger zurück.mehr
- „Skeptisch“ sei man gewesen vor den Gesprächen, gibt EWE-Sprecher Daniel Waschow zu. Schließlich waren erste Vergleichsverhandlungen zwischen EWE und Agentur Prevent im November 2011 gescheitert; „nicht akzeptabel“ nannte Waschow damals die Vorstellungen der Agentur.mehr
- Die EWE will nach zwei Jahren in den roten Zahlen mit einem Sparkurs wieder Gewinne machen und sieht in der Energiewende positive Möglichkeiten für den Konzern. Bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag bestätigte Vorstandschef Werner Brinker vorläufige Zahlen, wonach der Oldenburger Versorger 2011 einen Verlust von 281,9 Millionen Euro (2010: 246,6 Millionen) hinnehmen musste.mehr


