Gutachten kritisiert EWE-Spitze
Affäre Mehr Kontrolle angeregt – Entlastung im Fall Eberswalde
Oldenburg - Ein Gutachten zeigt offenbar Defizite bei der EWE im Zusammenhang mit den Millionen-Zahlungen für das Oldenburger Präventionsprojekt „Sign“ auf. Der Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG entlastet den Vorstand aber hinsichtlich der Zahlungen an den Bürgermeister in Eberswalde. Das wurde am Freitag aus Aufsichtsratskreisen nach einer Sitzung bekannt.
Das Gutachten war vom Aufsichtsrat in Auftrag gegeben worden, um zu prüfen, ob eventuelle Verfehlungen vorlagen. Nun sehe man sich darin bestätigt, dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Werner Brinker und dem übrigen Vorstand im November das Vertrauen ausgesprochen zu haben, hieß es nach der Sitzung.
Die Prüfer stellten den Informationen zufolge beim „Sign“-Sponsoring in Einzelfällen eine mangelnde Einhaltung interner Vorschriften bei der EWE fest. Es gebe „Defizite in der Delegationskontrolle“, hieß es. Die zuständigen Einheiten sollten besser kontrolliert werden. Die EWE hatte „Sign“ mit Millionenbeträgen unterstützt, die Mittel sollen aber in einem erheblichem Umfang nicht in die Projektarbeit geflossen sein.
Spezial: Weitere Berichte über die Vorwürfe in Zusammenhang mit dem "Sign"-Projekt
Dagegen hatten die Prüfer am Informationsverhalten des Vorstands in Zusammenhang mit umstrittenen Zahlungen an den Bürgermeister von Eberswalde nichts zu beanstanden. Wie berichtet, war nicht der komplette Aufsichtsrat über eine Bußgeldzahlung informiert worden, sondern nur dessen Präsidium. Die Sorgfaltspflicht sei nicht verletzt worden, stellten die KPMG-Experten fest. Damit gelte dieses Thema als abgeschlossen.
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