GANDERKESEE, 16. Februar 2010


Ganderkesee: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

UNFALL Elfjähriger Junge weiter auf Intensivstation – Rock einer 18-Jährigen gerät zuerst in Brand




Ganderkesee - Zwei Tage nach dem Unfall auf einem Umzugs-Wagen beim Ganderkeseer Fasching hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Bei dem Vorfall am Sonnabend hatten auf einem Motto-Wagen die Kostüme einiger Teilnehmer plötzlich Feuer gefangen (die NWZ berichtete). Vier Verletzte kamen in Krankenhäuser nach Oldenburg, Delmenhorst und Bremen, zwei davon mit Rettungs-Hubschraubern.

Das zuständige Fachkommissariat der Delmenhorster Kripo hat am Montag nähere Einzelheiten des Unfallhergangs mitgeteilt. Danach ist nicht das Kostüm eines elfjährigen Jungen zuerst in Brand geraten. Laut Polizei-Sprecherin Kerstin Epp hat eine Befragung der Verletzten ergeben, dass das Kostüm einer 18-Jährigen Feuer gefangen hatte.

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    Die 42 Teilnehmer, die auf dem Wagen eines Ganderkeseer Autohauses mitfuhren, hatten sich mit Baströcken verkleidet – in Anspielung auf die Fußball-WM in Südafrika. Wegen der niedrigen Temperaturen war auf der Ladefläche des Transporters zudem ein gasbetriebener Heizstrahler aufgestellt worden.

    „Die Heranwachsende stand in der Nähe des Gasstrahlers. Kurz darauf fing ihr Rock Feuer“, erläuterte Kerstin Epp. Der Vorfall ereignete sich, als der Wagen auf dem Habbrügger Weg in Höhe des Schützenhofs unterwegs war.

    Als einige Aktive versuchten, das Feuer zu löschen, gerieten auch ihre Kostüme in Brand. Dabei zogen sich die Opfer – wie berichtet – zum Teil schwere Verletzungen zu. Der elfjährige Junge und ein 32-jähriger Mann erlitten laut Notarzt Helmut Schühle „erhebliche Verbrennungen“. Beide waren am Sonnabend mit Rettungs-Hubschraubern in eine Bremer Klinik gebracht worden.

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    Die beiden anderen Verletzten wurden per Rettungswagen in Krankenhäuser in Oldenburg und Delmenhorst eingeliefert. Der elfjährige Junge befindet sich nach Polizeiangaben noch immer auf der Intensivstation. Bei keinem der Unfallopfer bestehe aber Lebensgefahr.

    In Absprache mit der Staatsanwaltschaft haben die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Verantwortlichen des Umzugs-Wagens eingeleitet. Der Gasstrahler wurde beschlagnahmt. Die Polizeisprecherin wies darauf hin, dass dies ein routinemäßiges Verfahren sei.

    Die Geschäftsführung des Autohauses wollte sich zu den Umständen des Unfalls am Montag gegenüber der NWZ nicht äußern.


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