Rund um die Uhr im Einsatz für Prinzen
Fasching Klaus Mühlenfeld fährt das Regentenpaar zu offiziellen Terminen – Mehr als nur ein Chauffeur
von Mirja Zipfel
Ganderkesee - Kofferträger, Blumenabholer, Taschentuchbereithalter und Gedächtnisstütze in einer Person: Klaus Mühlenfeld ist der Mann für alle Fälle beim Ganderkeseer Fasching. In erster Linie ist er aber Chauffeur. Seit 16 Jahren kutschiert der 51-Jährige das amtierende Prinzenpaar samt Gefolge zu seinen offiziellen Terminen: rund um die Uhr und immer einsatzbereit, wie er über sich selber sagt.
Von normalen Arbeitstagen kann man da freilich nicht mehr sprechen: Circa 30 Fahrten absolviert Mühlenfeld in der Zeit zwischen Generalprobe und Aschermittwoch, „nicht mit eingerechnet diejenigen, die noch kurzfristig hinzukommen.“
Immer die gleiche Route
Seine Touren laufen jedes Mal nach dem gleichen Muster ab: Erst wird der Prinz von zu Hause abgeholt, dann sind die Ehrendamen an der Reihe und als letztes folgt die Prinzessin. In Ortschaften ausgedrückt heißt das: Klaus Mühlenfeld startet in Ganderkesee, fährt nach Immer, düst von dort zurück nach Ganderkesee, muss dann nach Rethorn und fährt über einen Schlenker in Schlutter, wo Jana I. sowie zwei Ehrendamen zusteigen, zum Veranstaltungsort. Irgendwann in der Nacht geht es wieder in die umgekehrte Richtung. „Pi mal Daumen umfasst jede Tour 40 Kilometer.“
Damit auch wirklich alles wie am Schnürchen läuft, ist er die Wegstrecke bereits im Vorfeld abgefahren. Und weil ihn die Erfahrung gelehrt hat, dass auch Prinzessinnen schon mal ein wenig trödeln, hat er bei jedem Zwischenstopp 15 Minuten mehr Zeit eingeplant. „Danach kenne ich kein Pardon“ sagt Mühlenfeld und lacht. Tatsächlich handelt es sich aber um eine leere Drohung. „Die Damen wissen Bescheid und halten sich an die Abfahrtszeiten.“
Was im Wagen getuschelt und geflüstert wird, will er dagegen nicht verraten. Diskretion ist das A und O. Ähnlich einem Pfarrer oder einem Arzt unterliege auch ein Chauffeur einer Schweigepflicht, findet er. „Meine Lippen sind versiegelt. Aber Sie können davon ausgehen, dass da drinnen immer eine tolle Stimmung herrscht.“ Lediglich in der Zeit vor dem ersten Büttenabend sei die Anspannung zum Greifen nah: „Je näher wir der Sporthalle sind, um so stiller wird es hinter mir.“
16 Prinzen und Prinzessinnen hat Mühlenfeld in seiner aktiven Zeit als Chauffeur bereits kommen und gehen sehen. Mit Prinzessin Jana I. und Prinz Volker I. habe die Jury – wie in den Vorjahren – erneut eine „hervorragende Wahl“ getroffen, freut sich der Hengsterholzer.
Zwei freie Tage
Selbst wenn das eigene Feiern manchmal etwas zu kurz kommt: Sein Amt als offizieller Chauffeur möchte Klaus Mühlenfeld nicht mehr missen. Nur an zwei Tagen in der Hochphase der närrischen Tage gönnt sich der bekennende Faschingsfan eine kleine Auszeit und lässt sich von einem Mitarbeiter seines Mietwagenunternehmens vertreten. „Beim vierten Büttenabend sitze ich im Publikum.“ Trotzdem gerät er vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung regelmäßig ins Schwitzen. „Wenn ich dann aber sehe, dass das Prinzenpaar pünktlich den Saal betritt, kann ich endlich mein Bier genießen.“
Der zweite „freie“ Tag ist übrigens der Umzugstag am Hauptwochenende, bei dem Mühlenfeld als Ehrenkappenträger teilnimmt. Die Auszeichnung durfte der 51-Jährige vor zwei Jahren von der GGV entgegen nehmen. „Sie bedeutet mir sehr viel“, sagt Mühlenfeld. Kein Wunder: Ist sie doch eine Anerkennung und Wertschätzung dafür, dass man auch als „Mann im Hintergrund“ einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der tollen Tage leisten kann.
@ Faschings-Spezial unter http://www.NWZonline.de/fasching-ganderkesee
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