Brettorfer Frauen übertreffen Saisonziele
Faustball Aufsteiger TVB schafft direkten Durchmarsch in erste Bundesliga – „Top-Mannschaften ärgern“
Als Meister der 2. Bundesliga Nord und Sieger der Aufstiegsrunde steigen die Faustballerinnen des TV Brettorf BILD: TV Brettorf 
von Björn Buske
Brettorf - Die Rolle des Aufsteigers im Sport ist normalerweise klar definiert: Demütig hat er zu sein, weil er jetzt mit den „Großen“ spielen darf. Und ja nicht zu große Ambitionen hegen: Wer die Klasse hält, der darf sich schon glücklich schätzen. Doch es gibt immer wieder Aufsteiger, die halten sich nicht an diese Vorgaben und werden damit zum Problem für die etablierten Kräfte. Die Faustballerinnen des TV Brettorf finden sich bald bereits das zweite Jahr hintereinander in dieser Situation wieder und schon das erste Mal hielten sie sich nicht an die unausgesprochenen Vorgaben. Als Aufsteiger in die Zweite Bundesliga Nord schafften sie den Durchmarsch und treten in der Hallensaison 2012/13 in der deutschen Eliteliga an.
Das Saisonziel war früh erreicht: „Den Klassenerhalt hatten wir ja quasi nach dem dritten Spieltag perfekt gemacht“, freut sich Trainer Bernd Ellinghusen über den unerwartet positiven Saisonverlauf. „Aber ich hätte nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Anscheinend haben wir die Liga etwas überschätzt.“ Für Selbstzweifel gaben die Gegner den Brettorferinnen kaum Anlass. Einzig die Niederlage gegen Düdenbüttel am zweiten Spieltag holte sie kurzzeitig zurück auf den Boden der Tatsachen, danach folgten fast nur noch Siege, Brettorf startete einen Lauf. „Die Mädels sind dadurch selbstbewusster geworden“, meint Ellinghusen, der früh in der Saison den Blick nach oben wenden konnte – als Aufsteiger keine Selbstverständlichkeit. Doch dafür lieferte seine Mannschaft weiter Argumente.
Großen Anteil am Durchmarsch in die erste Bundesliga hatte laut Ellinghusen Silvia Düßmann, die als erfahrene Schlagfrau „an der Leine auch mal einen Punkt erzwingen kann.“ Dazu kamen die harten Angaben von Sabrina Rohling und eine Abwehr, die sich „mittlerweile sehr gut gemacht hat.“ Für den Aufstieg seien aber letztlich alle Spielerinnen wichtig gewesen. Ellinghusen ist nach dem in der Aufstiegsrunde in Berlin perfekt gemachten Aufstieg (die NWZ berichtete) voll des Lobes für seine Spielerinnen: „Sie haben alle konsequent die Saison über gearbeitet und schöpfen ihre Möglichkeiten wirklich aus.“ Bereits von Saisonbeginn an sei ihm auch aufgefallen, dass sein Team vielen anderen technisch überlegen ist, besonders in Abwehr und Zuspiel. Das sollen sie in der Feldsaison in der Niedersachsenliga ab Anfang Mai beweisen.
„Eigentlich liegt uns das Feld nicht so gut. Im Angriff sind wir noch nicht zwingend genug. Aber an den Schwächen arbeiten wir“, dämpft der Trainer die gestiegenen Erwartungen. Leichter wird es nicht für ihn, denn in Melanie Abeln, die als Au-pair ins Ausland reist, und Insa Kücken, die in München ein duales Studium in Angriff nimmt, fehlen dem Trainer bald zwei Bausteine seiner Erfolgsmannschaft. An Ersatz denkt er noch nicht: „Wir werden erstmal eine gute Vorbereitung spielen und dann sehen, ob wir mit dem Personal auskommen.“ Ziel sei es, die Mannschaft, falls nötig, mit Spielerinnen aus dem eigenen Verein zu verstärken.
Die bevorstehende Spielzeit im Freien geht der Trainer gelassen an: „Wir werden eine vernünftige Feldsaison spielen und die kommende Hallensaison im Auge behalten.“ Das Spiel in der Halle hat Priorität, denn in der ersten Bundesliga warten andere Kaliber. Derzeit dominieren der TV Jahn Schneverdingen und der Ahlhorner SV die Spielklasse. „Wir kennen zwar die anderen nicht gut, aber die kennen uns auch nicht. Wir werden uns auf keinen Fall kleiner machen, als wir sind“, gibt sich Ellinghusen kämpferisch. „Wir spielen einfach und sehen, was geht. Wir haben bei eigenen Turnieren schon gesehen, dass wir Top-Mannschaften schlagen können. Jetzt wollen wir sie natürlich auch in der Liga ein bisschen ärgern.“
TVB-Trainer Bernd Ellinghusen hatte in der Hallensaison zehn Spielerinnen in seinem Team: Sabrina Rohling , Insa Kückens, Melanie Abel, Kathrin Wilke, Rebecca Wilke, Jasmin Abel, Inga Schnier, Insa Pleus, Silvia Düßmann und Julia Abel. Betreuer ist Dirk Meiners.
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