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Tödliche Ware für mexikanische Polizei

„Meister des Todes“ über deutschen Waffenhandel am Mittwochabend in der ARD

Regie führte Daniel Harrich. Der Fernsehfilm hat nach Ansicht der Filmemacher einen sehr realen Hintergrund.

Berlin Politische Skandale gab es in der Bundesrepublik Deutschland schon viele – und es gibt sie immer noch. Offenbar taugen sie meist nicht für die fiktionale Aufarbeitung. Ausnahmen wie „Contergan“, „Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat“ oder „Unter Anklage: Der Fall Harry Wörz“ bestätigen die traurige Regel. Nun kommt ein Film, in dem es um Waffenlieferungen geht: „Meister des Todes“ läuft an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) in der ARD. Und direkt im Anschluss gibt es die Dokumentation „Tödliche Exporte“ zu sehen (21.45 Uhr).

Irgendwo in Süddeutschland: Peter Zierler (Hanno Koffler) und seine Frau Maria (Alina Levshin) sitzen bei einem Grillabend seines Chefs Alex Stengele (Heiner Lauterbach) und dessen Gattin Susanne (Veronica Ferres). Der junge Familienvater arbeitet beim örtlichen Waffenhersteller HSW. Stengele ist gerade von Geschäftsführer Zöblin (Axel Milberg) zum Vertriebschef befördert worden – und soll nun bei einer Reise nach Mexiko das dortige Militär und die Polizei von der neuesten Generation des Sturmgewehrs SG 38 überzeugen.

Peter darf mit und lernt die Taktiken im Auslandsgeschäft kennen. Allerdings sieht er auch, wie unschuldige Studenten bei einer Demonstration mit eben diesem Gewehr erschossen werden.

Regisseur Daniel Harrich (32) hat wieder gründlich recherchiert. „Wir leben hier bei uns ja geradezu in einem Paradies, und umso wichtiger ist es, aufzudecken, was hier und anderswo passiert“, sagte er. „Manchmal kann man damit vielleicht auch eine kleine Lawine lostreten. Der Export von Kleinwaffen in Krisen- oder Kriegsgebiete ist ja ein Thema, das ehedem politisch eher links besetzt war, aber zu dem es mittlerweile einen politischen Konsens gibt, was die Kontrolle anbelangt: Kommen denn alle Waffen wirklich dort an, wo sie hin sollen?“

Der mutige Film ist zwar Fiktion, doch er hat einen sehr realen Hintergrund: Der Freiburger Rüstungsgegner Jürgen Grässlin (58) hat in den letzten fünf Jahren sieben Strafanzeigen wegen illegalen Waffenhandels gestellt, unter anderem gegen den Waffenhersteller Heckler und Koch aus Oberndorf am Neckar (Hersteller des umstrittenen Gewehrs SG 36) und gegen das Bundesverteidigungsministerium.

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Tödliche Ware für mexikanische Polizei
Regie führte Daniel Harrich. Der Fernsehfilm hat nach Ansicht der Filmemacher einen sehr realen Hintergrund.
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