Vareler Mühle: Kappe ist ab
In Millimeterarbeit wurden erst eine Rute und dann die Kappe mit einer weiteren Rute von der Mühle entfernt. Eine Reihe von Varelern ließ sich das Spektakel nicht entgehen. Bilder: Hans Begerow
Viele Stunden haben Herke Sandelmann und seine Kollegen aus dem Mühlenbetreuer-Team am Dienstag im Mühlenhof verbracht. Und immer ging der Blick nach oben: Dort arbeiteten Mühlenbauer Henno Böök und seine Helfer an einer aufwendigen Demontage. Die mehr als 30 Tonnen schwere Kappe der Vareler Windmühle musste entfernt werden, um die notwendige Reparatur der Mühle vorzubereiten. Zunächst musste ein Flügelpaar, eine Rute, entfernt werden. Mittels eines Schwerlast-Krans wurde die Rute nach oben aus dem Flügelkreuz gezogen, dirigiert von Mühlenbauer Böök im Korb eines zweiten Hubwagens, der ebenfalls auf dem relativ engen Mühlenhof untergebracht worden war. Am Boden zitterten Museumsleiter Herbert Hamjediers und Heimatvereinsvorsitzender Hans-Georg Buchtmann mit den Mühlenbetreuern, ob alles gut gehen würde. „Die, die zuschauen, erleben einen einmaligen Vorgang“, sagte Buchtmann und wies darauf hin, dass die Kappe seit dem Bau der Mühle 1847/48 noch nie entfernt worden war. Lediglich die Flügelpaare waren vor vielen Jahren ausgetauscht worden. Es dauerte etwas mit den Vorbereitungsarbeiten, aber es ging gut. Geradezu majestätisch schwebte die tonnenschwere Kappe zu Boden, wo am Vormittag schon die Rute abgelegt worden war. Gegen 14.30 war die Kappe im Mühlenhof.