UTGAST, 6. Februar 2012


Boßeler in Utgast euphorisch wie Fußballfans

Klootschießen Oldenburg gelingt Dreifacherfolg gegen Ostfriesland – 2000 Besucher


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Werfer Keno Vogts mit Bahnweiser Dieter Gertjegerdes, Schildträger Hans-Gerd Siemen und Bahnweiser Heiko Stindt (von links) hatten beim Klootschießer-Länderkampf allen Grund zum Jubel. BILD: Hans Begerow  Bild vergrößern

von Hans Begerow

Utgast - Kein Länderspiel ohne Nationalhymne. Und wenn Oldenburg, Pardon auf Plattdeutsch Ollnborg, gegen Ostfriesland (Oostfreesland) im Klootschießen antritt, dann werden natürlich die Nationalhymnen gespielt. Für „Heil dir, o Oldenburg“ und „In Oostfreesland is’t am besten“ sorgten die Trompeter Otto Menssen (Esens) und Gerd Janssen (Speckendorf). Vor jedem Wurf einer der Klootschießer ertönt die jeweilige Hymne. Da ist es nur gut, dass es am Sonntag beim Länderkampf Oldenburg gegen Ostfriesland in Utgast bei Esens nicht gar so kalt war wie vor Jahren in Ardorf. Da war Otto Menssen die Trompete zugefroren.

Immerhin, bei minus 12 Grad am Morgen, waren schon Hunderte Schaulustige, im Klootschießen Käkler und Mäkler genannt, nach Utgast gekommen, wo sie eine herrliche Winterlandschaft und einen spannenden Wettkampf erlebten. Später säumten wohl an die 2000 euphorische Besucher das Wettkampfgelände. Die Gastgeber hatten einen anspruchsvollen Parcours gewählt mit Wällen und Gräben, der den Klootschießern alles abverlangte und vor allem einen spannenden Wettkampf garantierte. Für den Vorsitzenden des Friesischen Klootschießerverbandes (sozusagen die Uefa der Boßeler), Jan-Dirk Vogts (Hollwege), optimale Bedingungen. „Sonnenschein, kalt, es kann nicht besser sein. Eine gute Atmosphäre.“



Einen Klootschießer-Feldkampf kann man nicht im Stadion erleben. Er findet bei Frost auf gefrorenen Weiden statt. Damit die Werfer wissen, wohin sie werfen sollen, gibt es Bahnweiser, die die oldenburgischen oder ostfriesischen Fahnen schwenken. Für Oldenburg taten das am Sonntag Dieter Gertjegerdes aus Seefeld, Rudi Milbrandt aus Stollhamm und Heiko Stindt aus Dangastermoor. Und weil es im Gegensatz zum Fußball auch keine elektronische Anzeigentafel gibt, zeigte Hans-Gerd Siemen aus Spohle eine Holztafel, auf deren Vorderseite die Weite und der Name des Werfers notiert ist. Auf der Rückseite werden mit Kreide alle Namen des siebenköpfigen Nationalteams mit den Ergebnissen notiert. Gefällt ein Wurf den Fans (Käkler und Mäkler), trommeln sie mit einem Spazierstock gegen das Holzschild, höchstes Friesenspieler-Lob – sozusagen der Fangesang nach dem Torschuss. In Jubel brachen die Oldenburger Anhänger nach stundenlangem Wettkampf aus. Mit nur einem Meter Vorsprung gewann Oldenburg. Am Tag zuvor hatten schon die Junioren und die Jugendlichen gewonnen. Einen Dreifach-Titel hatte es noch nie gegeben.


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