Neubau:
Sogar neuer Unterstand passt zum Schloss

Bauschüler beenden ihr Projekt im Schlosspark

Gut zwei Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Jever Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im Schlosspark Jever steht ein neuer Unterstand – und der ist sowohl von der Architektur als auch von seiner Entstehung her etwas besonderes. „Wir sind sehr glücklich darüber“, betonte Museumsleiterin Professor Dr. Antje Sander am Montag.

Vor gut zwei Jahren war Tom Köckritz, Lehrer der Berufsbildenden Schulen (BBS) Jever, auf sie zugekommen, weil der alte Unterstand baufällig war. „Das geht so nicht“, lautete Köckritz’ Ansage. Und so wurde eine Projektidee geboren: Köckritz plante mit Schülern der Berufseinstiegsklasse einen neuen Unterstand: „Entdeckendes Lernen“ nennt er seine Herangehensweise: Sechs Schüler stöberten in der Schlossbibliothek nach Beispielen für historische Remisen und Pavillons. Dann zeichneten und bauten sie Modelle.

Antje Sander entschied sich für ein Modell, in dessen Giebel die Bossensteine als Schmuckfries auftauchen, wie sie auch in der Schloss-Fassade zu entdecken sind. Als Bossensteine werden Mauersteine mit bruchrauen Oberflächen aus Naturstein bezeichnet. „Mir hat gefallen, dass die Schüler dieses klassizistische Element aufgenommen haben“, sagte Sander.

Dann ging es an den Bau: Bauschüler der BBS arbeiteten dabei mit Beschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen in Jever im Berufsbildungszentrum zusammen. „Das war eine tolle Zusammenarbeit“, schwärmen Köckritz und sein Kollege Thomas Schubert vom Berufsbildungszentrum. Die Einrichtung in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft soll Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen beruflich qualifizieren.

Vor eine besondere Herausforderung stellte die jungen Bauleute dabei das Fundament: Das Fundament des alten Unterstands musste erst ausgegraben werden. Dann wurde ein neues gegossen – alles in Handarbeit. „Das schöne ist, dass jeder Schüler seine Kenntnisse einbringen konnte“, meint Tom Köckritz.

Auf jeden Fall sind sowohl Berufsbildende Schulen als auch Berufsbildungszentrum stolz, gemeinsam etwas hinbekommen zu haben. „Dabei hängt viel von der Eigeninitiative der Lehrkräfte ab“, betonte auch Axel Uphoff, Abteilungsleiter der BBS. Seine Schule sei stolz, immer wieder Projekte im Schloss oder der Schlachtmühle in Angriff nehmen zu können.

„Und für uns ist toll, wenn junge Leute die Möglichkeiten annehmen, die wir ihnen bieten“, freut sich Antje Sander. Im Unterstand ist schon das nächste Schloss-Projekt zu entdecken: Im Park werden Bienenkörbe aufgestellt.

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Melanie Hanz

Agentur Hanz
Redaktion Jever
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Sogar neuer Unterstand passt zum Schloss
Gut zwei Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
http://www.nwzonline.de/friesland/bildung/sogar-neuer-unterstand_a_6,1,699291747.html
02.03.2016
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