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NWZonline {{SHARING.setTitle("Viel Lob nach gefährlichem Einsatz")}}

Grossbrand In Jever:
Viel Lob nach gefährlichem Einsatz

Jever Es war eine lange Nacht für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk: Erst gegen 5 Uhr am Samstagmorgen konnte der Einsatz beim Großbrand in der Lagerhalle der Firma Biopin am Linumweg in Jevers Gewerbegebiet beendet werden. Die Feuerwehren waren gegen Mitternacht abgerückt, die Helfer des THW blieben.

Der Brandort wurde von der Polizei beschlagnahmt. Sachverständige werden nun versuchen, die Brandursache zu ermitteln. Das dürfte schwierig werden, denn von der Lagerhalle sind nur noch Trümmer übrig.

Wie berichtet, war am Freitag kurz nach 16 Uhr der Brand in der 6000 Quadratmeter großen Lagerhalle mit Ölen und Lacken, Lösungsmittel und Verdünner des Farbenherstellers ausgebrochen.

Gefährlicher Einsatz

Mehr als 100 Kräfte der Feuerwehren Jever und Cleverns, Schortens und Sillenstede und Zetel sowie Wittmund und Wilhelmshaven mit ihren Drehleitern und die Flugplatzfeuerwehr der Bundeswehr Wittmund waren im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: Das Feuer erhielt durch die Öle und Lacke viel Nahrung, immer wieder kam es zu Verpuffungen mit meterhohen Feuerbällen und dichter schwarzer Qualm hing über der Firma. „Wir hatten eine enorme Hitzeentwicklung und durch Durchzündungen war der Einsatz extrem gefährlich“, sagt Kreisbrandmeister Gerd Zunken. Um so glücklicher sei er, dass keinem etwas passiert ist.

Und das war teilweise reine Glücksache: Bei der Durchzündung, bei der die jeversche Drehleiter an der Fahrerseite verkohlt wurde, hatten sich die Einsatzkräfte gerade noch durch schnellsten Rückzug retten können. „Nicht vorstellbar, was ihnen sonst passiert wäre“, sagt Zunken.

Technisches Hilfswerk mit 30 Kräften bis morgens im Einsatz

Am Abend kam auch das Technische Hilfswerk mit rund 30 Kräften unter Leitung von Hartmut Duden, stellvertretender THW-Ortsbeauftragter Jevers, zum Einsatz: Bei Dämmerung bauten die Helfer ihre Beleuchtungsmasten auf und sorgten für Licht. Weitere Helfer sperrten die Bundesstraße und die Zufahrten zum Gewerbegebiet.

Gegen Mitternacht forderte die untere Wasserbehörde des Landkreises Friesland noch die Fachgruppen „Wasserschaden/Pumpen“ des THW Varel an. Mit einem Entsorgungsunternehmen mit Saugwagen sowie Abwasser-Spezialisten von EWE war ihre Aufgabe, das mit Farben durchsetzte Löschwasser abzupumpen, um eine Verunreinigung des Crildumer Tiefs und seiner Zuggräben zu verhindern.

Mit Sand wurden dazu zunächst Sperrwälle in den Gräben rund um den Brandort angelegt. Dann wurde die dicklich-weiße Brühe zu einer zentralen Sammelstelle gepumpt, wo der Saugwagen das Löschwasser aufnahm und abtransportierte.

Durch günstigen Wind wurde die Rauchwolke nicht nach Jever getrieben, sondern in nördliche Richtung. Die direkt am Brandort vorbeiführende B 210 wurde gesperrt.

Mut und starke Nerven

Zum Einsatz kam auch ein Bagger der Firma Buhr, der die Halle einriss. „Das Problem bei Hallenbränden ist, dass irgendwann die Pfeiler wegknicken und dann das Dach einbricht. Dann wird es für uns schwierig, überhaupt an den Brand heranzukommen“, erklärt Gerd Zunken: Der Bagger sei eine große Hilfe gewesen.

Der Baggerfahrer bewies Mut und starke Nerven: Immer wieder flammte rund um sein Fahrzeug das Feuer auf, teilweise arbeitete er in einem Flammenmeer – und ließ sich dennoch bei seiner gefährlichen Arbeit nicht beirren.

Wie es an der Brandstelle weitergeht, ist noch offen: Das Firmen-Gelände wurde abgeriegelt, damit die Brandsachverständigen ihre Ermittlungen aufnehmen können. Die Messeinheit der Feuerwehr hatte beim Brand ständig Luftmessungen durchgeführt. Es seien weder direkt am Brandort noch in zehn Kilometern Entfernung erhöhten Schadstoffkonzentrationen festgestellt worden.

Für den Leiter des Großeinsatzes, Jevers Stadtbrandmeister Olaf Rieken, gab es viel Lob von Kreisbrandmeister Gerd Zunken: „Er blieb während des gesamten Einsatzes ruhig und sachlich und hat kompetent jedem genau die Aufgabe zugeteilt, die gerade notwendig war.“

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