Wilhelmshavener Vor Gericht:
Mittäter erst belastet – dann entlastet

Einbrecher will alleine gehandelt haben – Freispruch für mutmaßlichen Kumpanen

Ein 21-Jähriger aus Wilhelmshaven nahm einen Einbruch in Schortens allein auf seine Kappe. Den Angeklagten habe er erst danach getroffen. Vorher sah die Sache noch anders aus.

Schortens/Oldenburg Vom Vorwurf des Wohnungseinbruchsdiebstahls hat das Oldenburger Landgericht am Dienstag in zweiter Instanz einen 25 Jahre alten Mann aus Schortens freigesprochen. Damit hob die Berufungskammer ein anderslautendes Urteil des Amtsgerichts Jever wieder auf. Das hatte den Angeklagten in erster Instanz zu vierzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Ins Gefängnis muss der Angeklagte aber trotzdem. Im Urteil war nämlich eine weitere Strafe enthalten: Fünf Monate Gefängnis für einen versuchten Aufbruch eines Parkautomaten. Diese Strafe bleibt bestehen.

Für Verwirrung in der Geschichte hatte ein 21 Jahre alter Mann aus Wilhelmshaven gesorgt. Am Dienstag erklärte er als Zeuge, er habe den Wohnungseinbruch in Schortens begangen und zwar alleine. Von der Tochter der Wohnungsinhaber, die er über Facebook kennengelernt haben will, will er gehört haben, dass ihre Eltern nicht zu Hause seien. Die junge Frau soll das nur nebenbei erwähnt haben. Der 21-Jährige aber hatte die Gelegenheit wahrgenommen, war in die Wohnung eingestiegen und hatte Gegenstände gestohlen.

Anschließend will der 21-Jährige zurück nach Wilhelmshaven gefahren sein und dort den jetzigen Angeklagten getroffen haben. Gemeinsam habe man dann dort versucht, einen Parkautomaten aufzubrechen, so der 21-Jährige.

Wegen seiner Taten musste er sich in Wilhelmshaven in einem gesonderten Prozess verantworten. In diesem Prozess hatte der 21-Jährige erklärt, auch den Wohnungseinbruch in Schortens mit dem 25-Jährigen begangen zu haben. Deswegen wurde der 25-Jährige in seinem eigenen Prozess ebenfalls wegen beider Taten verurteilt.

Doch das soll nicht mehr richtig sein. Warum er den 25-Jährigen wegen des Wohnungseinbruchs in Schortens zunächst zu Unrecht belastet haben will, wusste der 21-Jährige am Dienstag nicht. In der Wohnung hätte es noch einen Fernseher gegeben. Den habe er alleine nicht tragen können, bekräftigte der 21-Jährige noch einmal seine neue Erklärung, den Einbruch alleine verübt zu haben. Zu widerlegen war das nicht. Deswegen musste der 25-Jährige bezüglich des Einbruchs freigesprochen werden.

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Wilhelmshavener Vor Gericht
Mittäter erst belastet – dann entlastet
Ein 21-Jähriger aus Wilhelmshaven nahm einen Einbruch in Schortens allein auf seine Kappe. Den Angeklagten habe er erst danach getroffen. Vorher sah die Sache noch anders aus.
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20.01.2016
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