Bühne:
Bekannt für die „Hau-drauf-Rollen“

Britta Onnen spielt seit ihrer Kindheit Theater – Texte lernt die 38-Jährige „ziemlich schnell“

Noch im Kindergarten verkörperte sie nur das Blatt eines Weihnachtssterns. Darüber ist die Laienschauspielerin inzwischen weit hinaus gewachsen.

Wangerooge Eigentlich steht Britta Onnen ja gar nicht gerne im Mittelpunkt. Aber beim Theaterspielen ist das etwas ganz anderes. Beim Theaterspielen ist sie immer dabei – laut und kraftvoll, aber auch charmant und urkomisch. „Da mache ich einfach jeden Quatsch mit“, sagt sie.

Britta Onnen lebt auf Wangerooge. Schon im Kindergarten auf der Insel stand sie das erste Mal auf einer kleinen Bühne: „Ein Weihnachtstheater bei Frau Vincent – das weiß ich noch ganz genau“, sagt die 38-Jährige. „Damals durfte ich allerdings nur ein Blatt von einem Weihnachtsstern spielen.“

Mit der Zeit wurden ihre Rollen aber größer und so spielte sie in sämtlichen Schultheaterstücken alles, was es so gab – vom Prinzen, über Schneewittchen bis hin zur Hexe auf einem Staubsauger. „Wir haben jedes Jahr etwas vorgeführt. Zum Beispiel ,Big Berta im Wilden Westen‘ oder ,Moritz und das Rottoplott‘“, erinnert sie sich noch genau. „Da war ich übrigens Tante Troll. Meinen Text könnte ich jetzt immer noch aufsagen.“

Und auch nach der Schule ging es weiter: Beim Insel-Musical 2009 war Britta Onnen dabei. Dieses Mal übrigens als Strandwärter. „Eine eher ruppigere Rolle“, sagt sie lächelnd.

Derzeit spielt sie schon im fünften Jahr mit der Theatergruppe an der Inselschule. Mit den Einnahmen der Stücke werden die Fahrten für die Kultur-AG finanziert. „Ohne dass ich überhaupt wusste, was da auf mich zukommt, habe ich damals sofort zugesagt.“ Denn sie wusste einfach: Es ist genau das Richtige für sie.

Britta Onnen macht es einfach Spaß, sich in verschiedene Rollen „einzuleben“. Welche Rolle sie spielt, ist ihr dabei ganz egal. „Ich bin eigentlich für alles zu haben.“ Bekannt ist sie aber schon für einen bestimmten Typen: „Irgendwie habe ich ganz oft diese ,Hau-drauf-Rollen‘“, sagt sie und lacht.

Das wurde ganz besonders vor zwei Jahren deutlich: In dem Schwank „Der Ewige Junggeselle“ spielte sie die Rolle der überaus strengen Ehefrau Luise, die stets mit ihrem Mann schimpfte. „Das war so richtig meins. Denn: Wenn Britta laut wird, wird sie wirklich laut.“

Als Luise meckerte sie übrigens nicht nur ihren Ehemann im Stück an, sondern auch das Publikum. „Einmal war ein Zuschauer schon zum zweiten Mal zu Besuch und lachte schon, als ich langsam in Fahrt kam.“ Er wusste genau, was als nächstes kam. „Und da dachte ich mir: So Freundchen, jetzt bist Du dran. Da hatten wir unseren Spaß.“

Auf diese Rolle wird die Hobby-Schauspielerin immer noch angesprochen. Sogar ein kleines Kind sagte erst neulich beim Einkaufen zu ihrer Mutter: „Schau mal, da ist die Luise“. „Das sind dann die Momente, in denen ich merke, wie viel Spaß mir das Theaterspielen eigentlich macht“, freut sich Britta Onnen.

Was ihr direkt auf der Bühne am meisten Spaß macht weiß Britta Onnen ebenfalls sofort, da muss sie gar nicht lange überlegen. „Wenn mal etwas schief geht – aber so deutlich, dass das Publikum es merkt und darüber lachen kann. Einfach super.“

Das ist ihr erst kürzlich in dem aktuellen Stück der Theatergruppe „Der Schweinskopfmörder“ passiert. „Ich trat auf die Bühne und ein Anderer sollte dort eigentlich ganz gespannt mit einem Messer sitzen – aber er saß ganz locker dort, das Messer irgendwo verstaut.“ So passte auch der ursprüngliche Text nicht mehr und die beiden mussten improvisieren. Aber Schauspieler und Publikum hatten dabei ordentlich Spaß.

Gerne blickt Britta Onnen da auf die jeweiligen allerletzten Vorstellungen der Stücke zurück. „Die sind nämlich meist etwas lockerer und ziemlich lustig“, findet sie. Und da kann schon mal etwas schief gehen.

Aber auch die Anfänge sind für sie sehr spannend: „Wenn man also zum ersten Mal sieht, wie die anderen ihre Rolle eigentlich interpretiert haben und ihre Texte sprechen.“

Für ihre eigenen Textpassagen muss Britta Onnen übrigens nicht lange üben. „Glücklicherweise lerne ich sie ziemlich schnell.“ Und wie steht es mit Lampenfieber? „Das kenne ich überhaupt nicht. Das war früher schon so und das ist auch heute immer noch so.“

Und dabei ist es auch egal, wie viele Leute im Publikum sitzen. „Ob fünf, 50 oder 500 – ich spiele einfach immer gerne“, sagt sie. „Einmal haben wir das Insel-Musical auch auf Juist vor einem großen Publikum gespielt. Dar war ziemlich interessant.“

Schon jetzt hat sich die Theatergruppe getroffen, um ihr nächstes Stück „Drei Damen und ein toter Kater“ zu besprechen. Und Laienschauspielerin Britta Onnen freut sich schon jetzt riesig, wieder auf der Bühne stehen zu können.

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