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Dunkle Wolken über der Mühle

Accumer Arbeitskreis steht vor ungewisser Zukunft – Auflösung droht

Das Problem, das dem Verein schon seit Jahren zu schaffen macht, hat sich zu einer handfesten Krise ausgewachsen. Es fehlt an jüngeren Leuten, die mit anpacken können und wollen.

Accum Die Accumer Mühle ist einer der herausragenden Anziehungspunkte der Stadt Schortens. Die Windmühle ist voll funktionsfähig und in gutem Zustand, die Mühlenscheune ist ein richtiger kleiner Wirtschaftsbetrieb, der mit Familienfeiern und Festen gutes Geld verdient. Und auch mit Backtagen, dem Mühlentag und dem Mühlenfest werden Einnahmen erwirtschaftet, die den Erhalt der Mühle finanzieren. Trotzdem musste der Verein jetzt bei der Hauptversammlung darüber diskutieren, ob es für den Arbeitskreis Accumer Mühle überhaupt noch eine Zukunft gibt.

Über 70 Jahre alt

Das Problem, das dem Verein schon seit Jahren zu schaffen macht, hat sich jetzt zu einer handfesten Krise ausgewachsen. Das Durchschnittsalter der 102 Mitglieder des Vereins liegt bei deutlich über 70 Jahren. Und auch das Alter der etwa 20 Aktiven, die den gesamten Betrieb mit ehrenamtlicher Arbeit bestreiten, ist mit 66 Jahren inzwischen auch zu hoch. „Die Arbeit ist von uns in der bisherigen Form nicht mehr zu schaffen und jüngerer Nachwuchs ist weiterhin nicht ausreichend in Sicht“, stellte Geschäftsführerin Lia Münstermann in ihrem Bericht fest.

4375 Arbeitsstunden haben die Aktiven im vergangenen Jahr insgesamt geleistet. Und das ist angesichts des Alters künftig schlicht nicht mehr zu schaffen. Darin ist sich der Vorstand des Vereins einig und stellte sich – schweren Herzens – nicht zur Wiederwahl. Die Versammlung einigte sich darauf, den Vorstand in der bisherigen Zusammensetzung kommissarisch einzusetzen, damit der Betrieb noch bis Ende der Saison 2016 weiterlaufen kann.

Keine Lösung in Sicht

Eine Lösung zeichnete sich auch in der Diskussion nicht ab. Auf Vorschlag von Dieter Mögling wurde aus der Versammlung eine Arbeitsgruppe gebildet, die bis zum Herbst zusammen mit Vertretern der Stadt neue Konzepte und Ideen entwickeln soll, wie der Betrieb dieses hochrangigen historischen Ensembles in möglicherweise anderer Form weitergeführt werden kann.

Dem schloss sich auch Bürgermeister Gerhard Böhling an und sagte dem Arbeitskreis größtmögliche Unterstützung durch die Stadt zu. Der Betrieb für die kommende Saison kann mit dem kommissarischen Vorstand noch einmal sichergestellt werden. Saisonbeginn soll am 3. April sein.

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