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Heimatgeschichte:
Windmühle dient heute als Wohnhaus

Sillenstede Die alte historische Windmühle ist neben der alt-ehrwürdigen St. Florians-Kirche ein markantes Zeichen des Ortes Sillenstede. Die Mühle wurde jetzt 150 Jahre alt. Fakten zur ihrer Entstehung und Geschichte hat der frühere Gemeindedirektor von Sillenstede, Kuno Oncken, zusammengetragen und überliefert.

Demnach wurde die Mühle 1862 errichtet. Erstes Zeugnis davon legt eine alte Anzeige in einer Tageszeitung vom 8. April 1872 ab. Darin gibt Friedrich Peters Oelrichs als Erbauer bekannt, dass er die Zimmerarbeiten zum Bau einer neuen Windmühle bei Sillenstede zur „Ausverdingung“ aufsetzen wird.

Allein auf weiter Flur

Unter Ausverdingung verstand man zu jener Zeit eine öffentliche Ausschreibung von Baumaßnahmen. Die Vergabe der Arbeiten sollte danach am 19. April 1862 ab „2 Uhr nachmittags“ in H. E. Frerichs Wirtshaus erfolgen, wozu qualifizierte Annehmer eingeladen wurden.

Die Aktion muss wohl von Erfolg gekrönt gewesen sein, auch wenn davon keine Nachricht überliefert ist, denn am 8. Mai wird durch eine weitere Anzeige bekannt gemacht, dass die Anfuhr der erforderlichen 80 000 Steine von Siebethshaus nach Sillenstede „unter der Hand“ vergeben werden soll. Schließen kann man daraus, dass im Sommer 1862 die Mühle gebaut wurde, denn am 10. Oktober 1862 zeigt Friedrich Peters Oelrichs öffentlich an, dass er die Lieferung von 2400 festen Moorsoden und bedeutende Erdarbeiten bei der neuen Mühle ausverdingen will.

Zu diesem Zeitpunkt muss die Windmühle bereits betriebsbereit gewesen sein. Der Standort an der „Osterpiep“ lag seinerzeit noch außerhalb des bebauten Ortsbereichs, so dass noch keine Gebäude den Wind be­einträchtigten – die Ortsnähe war jedoch wichtig.

Im alten „Jückenregister“ der Gemeinde Sillenstede sind in dieser Zeit ein Wohnhaus und die Windmühle aufgeführt. Das Jückenregister ist ein Vorgänger des heutigen Grundbuchs. Somit muss mit der Windmühle gleichzeitig ein Müllerhaus entstanden sein.

Allerdings wird der Erbauer wohl nicht lange Freude an seiner Mühle gehabt haben. Das Jückenregister berichtet nämlich auch, dass die Erben des Friedrich Peters Oelrichs die Mühle bereits im Jahr 1867 an den Müller Johann Hermann Eilks verkauft haben.

Der neue Müller der Sillensteder Mühle war eine seinerzeit bekannte Person im Ort. Er bekleidete von 1895 bis 1910 auch das Amt des Gemeindevorstehers in Sillenstede. Dieses Amt entspricht in etwa der Funktion eines heutigen Bürgermeisters – Eilks muss dieses Amt mit viel Engagement ausgeführt haben. So wurden in seiner Amtszeit die ersten kommunalen Straßenbauten im Ort geplant und ausgeführt. Als Eigentümer der Sillen­steder Windmühle folgen im Jahr 1912 dann Friedrich St. Eilks, im Jahr 1919 dessen Witwe Gesine, geborene Tjarks, und später eine Erbengemeinschaft der Familie Eilks.

Der Mühlenbesitz ging schließlich im Jahr 1928 an den Müller Meent Hinrich Meents über, der alten Sillen­steder Bürgern noch in guter Erinnerung ist. Um 1950 führte er die Feinmüllerei ein und produzierte in der Mühle kleie­freies Mehl für die Backwarenproduktion. Bald darauf ließ er das Windwerk abnehmen und in den Stumpf eine Motormühle einbauen.

Lage in Wohngebiet

Die allgemeine Entwicklung machte auch vor der Sillensteder Mühle nicht hat. Im Jahre 1964 musste der Mühlenbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Der neue Pächter richtet in der Mühle einen Landhandel ein. Die Eigentümer des Anwesens haben danach noch zweimal gewechselt, bis 1978 die Familie Schmitz aus Bottrop im Ruhrgebiet den Besitz übernahm. Die Mühle wurde gründlich renoviert, Mühlenkopf und Windrose erneuert, Segelgatterflügel montiert und das Objekt zu Wohnzwecken umgebaut, ohne dass die äußere Gestaltung beeinträchtigt wurde.

Die Arbeiten waren 1999 beendet. So ist die Sillensteder Windmühle als imposantes Bauwerk bis heute erhalten. Ringsherum sind im Lauf der Jahre viele Wohnhäuser entstanden.

Die jetzt 150 Jahre alte Windmühle ist die erste Mühle an dieser Stelle, aber nicht die erste in der Gemeinde Sillenstede. Es hat davor schon mehrere kleinere Mühlen im Ort und in der Umgebung geben, wie die Ortsbezeichnungen Mühlenreihe an der Straße nach Waddewarden oder der Wohnplatz „Alte Mühlenstätte“ an der Grenze der beiden Gemeinden bezeugen. Diese interessante Vorgeschichte gilt es noch einmal aufzuarbeiten.

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