Tierquälerei:
Wilhelmshavens Straßen für Hunde nicht sicher

Sechs Hunde sollen bereits an Giftködern verendet sein. Der Appell der Polizei: Anzeige erstatten.

Wilhelmshaven/Friesland Mit Flugblättern im gesamten Stadtgebiet von Wilhelmshaven und Warnungen in Sozialen Netzwerken im Internet rufen Hundehalter in der Jadestadt zur Vorsicht auf: Offenbar ist in Wilhelmshaven ein Hundehasser unterwegs, der die Vierbeiner mit Ködern vergiftet.

Bis Montag sollen im gesamten Stadtgebiet bereits sechs Hunde am Giftköder verendet sein – genannt werden Heppens, Krähenbusch, der Bereich Bremer/Tilsiter Straße, Grüner Ring Fedderwardergroden, Bant, Siebetsburg, Voslapp, Ehrenfriedhof und Maadebogen.

„Egal, mit wem man redet – die Hundehalter in Wilhelmshaven sind in Panik“, sagt eine Hundehalterin. Viele meiden inzwischen das Stadtgebiet und fahren zum Spazierengehen mit den Hunden nach außerhalb. Wer in der Stadt mit dem Hund läuft, führt ihn an der kurzen Leine, manche Halter haben ihren Hunden Maulkörbe verpasst.

„Jeder Hundehalter muss damit rechnen, dass sein Hund in einem unbeobachteten Moment etwas frisst“, sagt die Hundehalterin. Sie hat eine Internetseite eingerichtet, auf der sich die Wilhelmshavener Hundebesitzer gegenseitig über die Fälle auf dem Laufen halten.

Nach Angaben dieser Gruppe handelt es sich bei den Ködern um kleine Happen, die wie Mini-Berliner mit Füllung aussehen. Das darin enthaltene Gift soll sehr aggressiv sein, zum Teil enthielten die Köder zusätzlich Glassplitter. „Offenbar ist ein richtiger Hundehasser unterwegs, der vor nichts zurückschreckt“, meint die Hundehalterin.

Sie ruft dringend dazu auf, die Augen offen zu halten und darauf zu achten, dass Hunde auf der Straße nichts fressen. Perfide an der Situation: Die Köder wurden bereits auch schon in Privatgärten abgelegt – und von Hunden gefressen.

Die Wilhelmshavener Polizei ruft außerdem dazu auf, Fälle, in denen Hunde vergiftet oder Köder entdeckt wurden, unbedingt anzuzeigen: Bisher ist nämlich nur ein Fall bekannt, hieß es auf Nachfrage der NWZ : Ein Wilhelmshavener hatte in einem Gebüsch etwas Verdächtiges entdeckt und zur Polizei gebracht. Ob es sich dabei um einen vergifteten Köder handelt, ist noch unklar: Die Probe wird zurzeit vom Veterinäramt Jade-Weser untersucht.

„Natürlich ist es nur eine Sache, rauszubekommen, um was für ein Gift es sich handelt – eine andere Sache ist, denjenigen zu finden, der die Köder verteilt“, hieß es beim Veterinäramt.

Davon, dass tatsächlich Hunde vergiftet wurden, hatte die Polizei am Montag noch keine Kenntnis. „Wenn in Wilhelmshaven Giftpräparate in Umlauf sind, liegt es natürlich im Interesse der Polizei, zu ermitteln“, betonte ein Polizei-Sprecher gegenüber der NWZ . Denn solche Köder stellen nicht nur für Hunde eine Gefahr dar. Hinweise nimmt die Polizei in Wilhelmshaven unter Tel. 04421/9420 entgegen.

In Friesland sind noch keine Fälle von Giftködern bekannt geworden. Dennoch gelte aus auch hier, die Augen offen zu halten und zu verhindern, dass Hunde etwas fressen, betonte Tierärztin Dr. Ottemarie Müller aus Jever.

Leserkommentare

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  admin 04.10.2012, 14:53:32
Liebe Jule1205,

unsere Redakteurin Melanie Hanz schreibt dazu folgendes:

"Die Polizei hatte noch keine Kenntnis von den verendeten Hunden, weil bisher kein Hundehalter Anzeige erstattet hatte, wie auch im Artikel zu lesen ist. Die Polizei wusste bisher nur vom Fund eines Köders. Deshalb ja auch der Aufruf, bei jedem Fund und jeder Vergiftung die Polizei zu informieren.

Inzwischen sind bei der Polizei Anzeigen eingegangen - dass Hunde verendet sind, ist damit nun auch "offiziell".
Mit freundlichem Gruß,
Melanie Hanz"
  Jule1205 02.10.2012, 13:14:58
Zitat NWZ: Sechs Hunde sollen bereits an Giftködern verendet sein.

Zitat Polizei: Davon, dass tatsächlich Hunde vergiftet wurden, hatte die Polizei am Montag noch keine Kenntnis.

Ja was denn nun?

Wie wäre es mit Recherche und fundierter Berichterstattung? BILD-Niveau muß doch nicht sein!

Über die Autoren

Melanie Hanz

Agentur Hanz
Redaktion Jever
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