Flüchtlinge:
Klare Aufgabenverteilung soll allen helfen

Stadt Schortens und Lotsengemeinschaft vereinbaren Konzept zur Integration

250 Flüchtlinge leben bereits in Schortens, bis Ende März kommen 190 weitere. Das bedeutet viel Arbeit für die Stadt und die Integrationslotsen.

Schortens Die Grundstimmung und die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen ist in Schortens weiterhin sehr positiv, sagt Peter Paulus vom Vorstand der kürzlich gegründeten Integrationslotsengemeinschaft Schortens.

Auch wenn vielerorts nach tatsächlichen und angeblichen Vorfällen die Haltung vieler Bundesbürger zu den Asylbewerbern zu kippen droht und sich vor allem in sozialen Netzwerken Fremdenfeindlichkeit hässliche Bahn bricht: „Wir wollen dazu beitragen, dass diese Stimmung hier nicht kippt und den Menschen, die zu uns kommen, bei der Integration helfen.“

Damit das möglichst schnell und reibungslos gelingt, haben die von Vorsitzender Gisela Sandstede geführte Integrationslotsengemeinschaft und die Stadt Schortens eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Absicht ist, für einen klare Aufgabenverteilung bei den Integrationsbemühungen zu sorgen.

Fünf Projektbereiche

Das Konzept basiert auf fünf Aufgaben- und Projektbereichen. Da sind die Paten, die den Flüchtlingen in der Eingewöhnungsphase helfen, sich im fremden Friesland zurechtzufinden, und sie unter anderem bei Behördengängen, Arztbesuchen oder alltäglichen Dingen wie beim Einkauf begleiten. Weitere Projektgruppen kümmern sich um Sprachvermittlung und um Kindergarten- und Schulbesuch von Flüchtlingskindern. Das Integrationscafé, die Projektgruppen Freizeit (Sport, Fahrrad, Schwimmen) und Soziales (Kleiderkammer, Jobcenter, Krankenkassen, Kliniken) sind weitere Bausteine des Integrationskonzepts. Von der Stadt unterstützen die Fachbereiche Ordnung und Soziales sowie Innererer Service und Migrationsbeauftragte Daniela Mühlena die Lotsen. Etwa alle sechs Wochen treffen sich die Beteiligten, um zu erfahren, wie es läuft, und gegebenenfalls am Konzept nachzujustieren.

Aktuell sind 250 Asylbewerber in Schortens aufgenommen und dezentral in Wohnungen in den Ortsteilen untergebracht worden. Bis Ende März werden weitere 190 Personen erwartet. „Es wird immer schwieriger, noch Wohnraum in der Stadt zu finden“, sagte Bürgermeister Gerhard Böhling. Stadtverwaltung und Politik seien in intensiven Beratungen, um Wohnraum für den Zeitraum nach März zu finden. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Flüchtlingsstrom weiter anhält“, so Böhling.

18 weitere Lotsen

Den derzeit 250 Flüchtlingen in Schortens stehen 31 ausgebildete Integrationslotsen gegenüber, sagt Hartmut Spieker von der Integrationslotsengemeinschaft. 18 weitere Personen absolvierten gegenwärtig den dritten Integrationslotsenkursus.

Gisela Sandstede lobte die Integrationsarbeit in Schortens: „Wir fühlen uns von der Stadt gut unterstützt.“ Und Böhling dankte den Lotsen: „Wir wüssten nicht, wie wir diese Riesenaufgabe ohne Sie hinkriegen sollten.“

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Klare Aufgabenverteilung soll allen helfen
250 Flüchtlinge leben bereits in Schortens, bis Ende März kommen 190 weitere. Das bedeutet viel Arbeit für die Stadt und die Integrationslotsen.
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