OLDENBURG, 6. Mai 2010


30 Mitarbeiter zur Vernehmung

OOWV-AFFÄRE Korruptionsbekämpfer ermitteln seit Januar gegen Funke und Blohm


Riesige Datensätze aus der Buchhaltung des OOWV, viele Meter Akten. Die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen Funke und Blohm waren langwierig.

von FRANK JUNGBLUTH

Oldenburg - Wochenlang erschütterte die Affäre um den ehemaligen Vorsteher Karl-Heinz Funke und Ex-Geschäftsführer Hans-Peter Blohm Kunden und Mitarbeiter des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) – jetzt wird klar, dass die Tatvorwürfe, die man den beiden ehemaligen Spitzenkräften des Verbandes macht, wohl ein Nachspiel vor Gericht haben werden.

Der Verdacht auf Amtskorruption, dem die Spezialermittler der Staatsanwaltschaft Osnabrück seit Januar nachgegangen sind, hat sich offenbar erhärtet. „Die Ermittlungen sind weitgehend abgeschlossen. Das Programm ist so weit wie geplant abgearbeitet. Es werden noch restliche Zeugen befragt“, hat der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Dr. Alexander Retemeyer am Mittwoch im Gespräch mit der NWZ  bestätigt.

Retemeyer hatte bereits im Januar nach zahlreichen Hinweisen in der Sache – auch von Mitarbeitern des OOWV – erklärt, „dass die Qualität eines Teils der Hinweise detailliert und erfolgversprechend ist“. 30 OOWV-Beschäftigte seien bei den Ermittlungen vernommen worden.

Auf Anraten der Korruptionsexperten in Osnabrück hat der neue OOWV-Vorsteher, Landrat Frank Eger, im Februar den Ombudsmann Dr. Rainer Buchert verpflichtet – eine Maßnahme mehr, den ramponierten Ruf des OOWV, der eine Million Kunden zwischen Ostfriesland und Oldenburger Münsterland beliefert, wieder zu reparieren. Ombudsmann Buchert hat alle Hinweise aus der OOWV–Belegschaft vertraulich und anonym gesammelt.

Die OOWV-Verbandsversammlung stimmt dem Prüfbericht für 2007 zu. Die Prüfer hatten zuvor den zweifelhaften Verwendungszweck von Rechnungen über 8000 Euro moniert. Funke erklärt, dass man Anlieger von Baumaßnahmen beköstigt habe.

Dem Vorstand wird ein Brief zugespielt, in dem die Darstellung zu Rechnungen über 8082,50 Euro als unwahr bezeichnet wird. Damit sei Funkes Silberhochzeit bezahlt worden.

Der OOWV-Vorstand befragt Funke und Blohm zu den Vorwürfen. Die beiden räumen ein, nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

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Die NWZ  berichtet über den Fall. Nach einer OOWV-Krisensitzung verlieren Funke und Blohm ihre Posten.














 



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