„Staatsanwalt ermittelt mit Nachdruck“
OOWV-Affäre Korruptionsspezialisten aus Osnabrück schweigen zu Einzelheiten der Funke-Affäre
von Hans Begerow
Varel - Die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Osnabrück betreibt die Ermittlungen gegen Karl-Heinz Funke wegen der Silberhochzeitsaffäre nach eigener Wahrnehmung „mit Nachdruck. Die Auswertung der umfangreichen sichergestellten Unterlagen dauert jedoch an“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Dr. Alexander Retemeyer, auf Anfrage der NWZ . Daher könnten auch noch keine Ermittlungsergebnisse mitgeteilt werden.
Gegen den früheren Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), Karl-Heinz Funke, ermittelt die Behörde wegen des Verdachts des Korruptionsbetrugs. Funke hatte vom OOWV 8000 Euro für seine Silberhochzeit im Jahre 2007 angenommen. Ermittelt wird auch gegen den damaligen Geschäftsführer des OOWV, Hans-Peter Blohm. Funke soll Blohm ein überzogenes Gehalt verschafft haben, ohne darüber den übrigen OOWV-Vorstand zu informieren. Nach Bekanntwerden der Affäre um seine Silberhochzeit trat Funke als Vorsteher zurück. Später wurden weitere Unregelmäßigkeiten beim OOWV bekannt. Die Ermittlungen übernahm die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte in Osnabrück.
Behördensprecher Retemeyer sagte auch, dass ein Ende der Ermittlungen nicht absehbar sei. Ebenso unklar sei, „ob gegen Beschuldigte Anklage erhoben werden kann“. Im Zuge der Ermittlungen seien Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten eingegangen, die sich nicht auf Funke und Blohm beziehen, „sondern weitere Personen betreffen“. Die Hinweise seien von sehr unterschiedlicher Qualität. „Ihnen wird im Rahmen der Ermittlungen nachgegangen, soweit sie dazu Anlass geben.“
Staatsanwaltschaft und Polizei hatten nicht nur in der OOWV-Zentrale in Brake ermittelt. Auch Geschäftsräume eines OOWV-Dienstleisters in Wildeshausen waren durchsucht worden.
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