Fußball:
Altstars springen in die Bresche

Turnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg – Vierte Auflage

Die Arena ist nach Angaben des Veranstalters nahezu ausverkauft. Ein geplantes Turnier der Profis kam nicht zustande.

Oldenburg Nach einigen Jahren des Experimentierens hat der Hallenfußball in Deutschland offenbar wieder seine Nische gefunden. Wenn an diesem Donnerstag ab 14.30 Uhr in der Oldenburger EWE-Arena sechs Traditionsmannschaften um den Turniersieg kämpfen, wird die Halle wohl mit 2500 Besuchern ausverkauft sein. Nur Restkarten, so Veranstalter Dieter Burdenski, würden noch an der Tageskasse in den Verkauf gehen.

Masters 2001 eingestellt

Der Plan, in der Halle Ex-Profis und mit ihnen den Spaß in den Vordergrund zu stellen, geht auf. Der Weg zu dieser Erkenntnis war allerdings weit: Ende der 1980er-Jahre schuf der Deutsche Fußball-Bund im Hallenmasters eine inoffizielle Meisterschaft unterm Dach. Schnell wurde aber klar, dass zu viel Rivalität und Verbissenheit zu Lasten des Unterhaltungswertes gingen. 2001 wurde das Turnier eingestellt. Seitdem finden zwar immer noch Turniere mit Profimannschaften statt, die Trainer sehen diese allerdings sehr kritisch. Im ohnehin vollen Terminkalender wollen sie ihre Spieler nicht unnötig einem Verletzungsrisiko aussetzen.

Burdenski bekommt das zu spüren und veranstaltet in Oldenburg als Alternative nun zum dritten Mal in Serie und zum vierten Mal insgesamt ein Turnier mit ehemaligen Größen des Geschäfts. „Durch die kurze Winterpause ist es schwierig, mehrere Profiteams für ein Turnier zu gewinnen“, sagt der 62-Jährige. Und ohne die regionale Zugnummer Werder Bremen – der Bundesligist hatte früh für ein mögliches Turnier abgesagt – ist eine Halle im Nordwesten bei einem Wettbewerb der Profis kaum zu füllen.

So sind nun die Altstars aktiv, und für viele ist der Auftritt in Oldenburg Teil einer Tournee. Knapp 5000 Zuschauer sahen am vergangenen Sonnabend in der Westfalenhalle, wie sich die Ehemaligen von Borussia Mönchengladbach im Finale gegen den Gastgeber Borussia Dortmund zum Turniersieg schossen.

Stimmung vom Band

Anfang Februar findet in Riesa ein Wettbewerb mit Ex-Profis statt, die dortige Halle fasst bis zu 7000 Besucher. Damit so viele kommen, haben die Veranstalter auch regionale Größen wie Dynamo Dresden und Stahl Riesa verpflichtet.

Dass diese Turniere in erster Linie unterhalten sollen, wird am äußeren Rahmen deutlich. Denn da es die klassischen Fanblocks mit entsprechenden Gesängen beim Hallenfußball kaum gibt, spielt die Turnierleitung in ruhigen Phasen gern einmal Stimmungsmusik vom Band ein. Fußballromantiker mögen das kommerziell finden, den Zuschauerzuspruch verringert es offensichtlich nicht.

In Oldenburg spielen Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg (alle Gruppe A) sowie Werder Bremen, Hannover 96 und der VfB Oldenburg (alle Gruppe B) um den Sieg, sprich den „Cup der Öffentlichen Versicherungen“. Der TV-Sender Sport 1 überträgt das Turnier in voller Länge.

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