Fußball-Weltverband:
Diese Fünf wollen auf den Fifa-Thron

Nachfolger von Präsident Joseph Blatter gesucht – Wahl in Zürich

Favorit der Europäer ist der Schweizer Infantino. Die besten Aussichten hat allerdings ein Scheich aus Bahrain.

Zürich An diesem Freitag wird in Zürich beim Fußball-Weltverband Fifa der Nachfolger des derzeit suspendierten Präsidenten Joseph Blatter (79/Schweiz) gewählt. Die fünf Kandidaten:
 Gianni Infantino
Der amtierende Generalsekretär der europäischen Fußball-Union Uefa warf seinen Hut etwas überraschend, aber nach „einstimmigem Entschluss“ des Uefa-Exekutivkomitees in den Ring. „Wir glauben, dass Gianni Infantino alle Kriterien erfüllt, um die Herausforderungen zu meistern und die Organisation auf einen guten Weg zu mehr Integrität und Glaubwürdigkeit zu führen“, hieß es in einer Uefa-Mitteilung. Der 45-jährige Schweizer wird wohl viele Stimmen von den europäischen Verbänden erhalten.
 Scheich Salman bin
Ibrahim Al Khalifa

So funktioniert die Wahl

207 Mitgliedsverbände (darunter der Deutsche Fußball-Bund) wählen am Freitag den neuen Fifa-Präsidenten. Eventuell sind es sogar 209, über die Wahlberechtigung von Kuwait und Indonesien (die Verbände sind derzeit suspendiert) wird noch gestritten. Im ersten Wahlgang braucht der Sieger zwei Drittel, ab dem zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit (über 50 Prozent) der abgegebenen und gültigen Stimmen. Ab dem zweiten Wahlgang scheidet der am schlechtesten platzierte Bewerber aus.

Der 50-Jährige aus Bahrain reichte seine Kandidatur erst kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist (26. Oktober) ein und ist derzeit Favorit auf die Blatter-Nachfolge. Er hat mindestens den asiatischen Kontinentalverband hinter sich. Allerdings schaute sich die Fifa-Ethikkommission das Exekutivmitglied wegen eines Anfangsverdachts auf Verletzung von Menschenrechten ganz genau an.
 Jérome Champagne
Der 57-jährige Franzose wollte schon einmal Präsident werden, bekam vor der letzten Wahl aber nicht genug Unterstützer zusammen. Champagne punktete als Einziger mit einem Wahlprogramm, fordert mehr Transparenz und Entwicklung, hofft unter seiner Führung auf eine „starke, demokratische, respektierte und proaktive Fifa“. Das klingt gut, realistische Chancen auf den Fifa-Thron dürfte er aber nicht haben. Der ehemalige Diplomat Champagne arbeitete nämlich bereits von 1999 bis 2010 in verschiedenen beratenden Funktionen für die Fifa und war ein enger Vertrauter des skandalumwitterten Blatter.
 Tokyo Sexwale
Der 62-jährige Südafrikaner wurde bereits von Franz Beckenbauer als Kandidat gepriesen, allerdings sind die Worte des Kaisers ja im Moment nicht viel wert. „Er hat zwar eine andere, eine politische Vergangenheit, aber er kennt sich im Sport aus. Er hat den Geruch der Neutralität, und deswegen glaube ich, dass er eine gute Lösung wäre“, sagte Beckenbauer. Sexwale, bürgerlich mit Vornamen Mosima Gabriel, war im damaligen Apartheidstaat Südafrika 13 Jahre lang zusammen mit Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert. Derzeit leitet er eine Fifa-Beobachtungskommission für Israel und Palästina.  
 Prinz Ali bin Al Hussein
Im internationalen Sport gilt der Adlige als bestens vernetzt. Er hat dennoch kaum Siegchancen. Der 40-jährige Jordanier wäre ein „großartiger Präsident“ für die Fifa, hatte der derzeit suspendierte Uefa-Präsident Michel Platini einst erklärt. Dann kam es zum Bruch. Der Prinz selbst sagte im September, dass er der einzige Kandidat sei, welcher „der Korruption im Weltfußball mit Mut entgegentritt“. Am Mittwoch wurde indes der Antrag von Prinz Ali, bei der Wahl gläserne Kabinen zu nutzen, abgelehnt.

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Favorit der Europäer ist der Schweizer Infantino. Die besten Aussichten hat allerdings ein Scheich aus Bahrain.
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25.02.2016
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