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Handball:
Hitziges Duell im Kalten Krieg

Leipzig/Oldenburg Wieland Schmidt antwortet, ohne zu zögern. „Keine guten“, sagt er auf die Frage, welche Erinnerungen er mit dem 6. März 1976 verbindet. Denn an jenem Tag vor 40 Jahren platzte für den damals 22-jährigen Handballtorwart – zumindest vorerst – ein großer Traum. „Ich wollte mit der DDR unbedingt zu Olympia nach Montreal“, blickt Schmidt im Gespräch mit der NWZ  zurück. Doch das verhinderte ausgerechnet der „Klassenfeind“ aus der Bundesrepublik.

Das Duell zählte zu den politisch aufgeladenen Sportereignissen, die der Kalte Krieg mit seinem Wettstreit der Systeme hervorbrachte - vergleichbar mit der Partie Bundesrepublik gegen die DDR (0:1) bei der Fußball-WM 1974. Das Qualifikations-Hinspiel in München hatte der Außenseiter aus dem Westen unter seinem neuen Trainer Vlado Stenzel 17:14 gewonnen. Die zweite Partie in der umgebauten Eishalle von Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, musste die Entscheidung bringen.

Olympiasieger ’80

Wieland Schmidt (62) bestritt 276 Länderspiele für die DDR. Mit dem SC Magdeburg wurde der Olympiasieger von 1980 achtmal Landesmeister und je zweimal Pokal- und Europacupsieger. Seit 2012 arbeitet der gelernte Kommunikationswirt als Torwarttrainer beim Frauen-Bundesligisten HC Leipzig. BILD: H C Leipzig

Vizeweltmeister DDR führte mit 11:8 und brauchte noch ein Tor für Olympia, als Hans Engel in der Schlusssekunde den entscheidenden Siebenmeter verwarf. „Den Ball hat Manfred Hofmann super gehalten“, zollt Schmidt seinem damaligen Torwartkollegen vom TV Großwallstadt noch heute Respekt. Der 11:8-Sieg war nichts wert, die Enttäuschung im Osten riesig. „Statt nach Kanada reisten wir eine Woche später ins tiefste Rumänien“, erinnert sich der Torhüter. Zur Strafe musste das DDR-Team mit der Auswahl des sozialistischen Bruderstaates für dessen Olympia-Auftritt in Montreal trainieren. Die Auswahl der Bundesrepublik belegte in Montreal Platz vier.

Während das Handballspiel „BRD gegen DDR“ von beiden Staaten politisch und ideologisch vereinnahmt wurde, gingen die Spieler wie Sportsmänner miteinander um, erzählt Schmidt: „Ich hatte vor allem zu den Gummersbachern Heiner Brand, Joachim Deckarm und Rudi Rauer einen guten Draht.“ Für das gemeinsame Bier mit den West-Kollegen habe er sich sogar vor der Staatssicherheit rechtfertigen müssen.

Den 40. Jahrestag des Duells wird Schmidt in Oldenburg verbringen. Denn der heute 62-Jährige gibt seit vier Jahren sein Wissen als Torwarttrainer des Frauen-Bundesligisten HC Leipzig weiter. Und der gastiert an diesem Sonntag (16.30 Uhr, kleine EWE-Arena) beim VfL Oldenburg. Schmidts Handball-Karriere hat die Enttäuschung von Karl-Marx-Stadt ohnehin nicht geschadet, denn „wir haben danach alle eine Schippe draufgelegt“.

Seinen großen Traum erfüllte sich der junge Sportler 1980 in Moskau. Damals fehlte die Bundesrepublik – Ironie der Geschichte – wegen des Olympia-Boykotts. Im Finale führte die DDR mit 23:22 gegen Gastgeber und Favorit UdSSR, als Schmidt mit einer Weltklasseparade die Goldmedaille rettete. Daran erinnert sich die Torwart-Legende natürlich gern: „Das war der Höhepunkt meiner Karriere.“

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