Baskets-Chef Im Interview:
„Ich traue dem Team noch sehr viel zu“

Die Hinrunde der Basketball-Bundesliga ist fast beendet: Zeit für ein Zwischenfazit aus Baskets-Sicht. Das fällt bei Hermann Schüller rundweg positiv aus.

Oldenburg Zum Ende des Jahres fragt die NWZ bei Hermann Schüller (63) nach seiner Bilanz der Hinrunde, der Sponsorensuche und seiner Schiedsrichterkritik nach dem Würzburg-Spiel.

Herr Schüller, Sie haben nach der Niederlage der EWE Baskets Oldenburg gegen Würzburg scharfe Kritik an den Schiedsrichtern geübt. Hat sich die Liga inzwischen bei Ihnen gemeldet?

Sie hat mich um eine Stellungnahme gebeten, dem bin ich nachgekommen.

Befürchten Sie eine Geldstrafe?

Das muss man abwarten. Ich habe nach diesem Spiel emotional reagiert – meine Kritik zielte aber auf etwas Grundsätzliches ab.

Nämlich?

Bei einem Spiel stehen drei Referees auf dem Parkett. Wenn einer von ihnen mal einen schlechten Tag hat, erwarte ich von den anderen beiden, dass sie Ihren Kollegen auf seine Fehler hinweisen. Es ist dringend erforderlich, dass diese Form der Qualitätssicherung Einzug hält.

Trotz der schwachen Leistung zuletzt in Ulm: Viele hatten nach der Etatsenkung und dem vollzogenen Umbruch mit mehr Problemen gerechnet. Wie fällt Ihr Fazit vor dem vorletzten Hinrundenspiel am Mittwoch in Gießen aus?

Ich bin sehr zufrieden. Unser Trainer Mladen Drijencic hat das Team von Tag zu Tag weiterentwickelt. Was mich am meisten beeindruckt, ist die unglaubliche Charakterstärke dieses Teams. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Mannschaft wird auch auf die Niederlage in Ulm die richtige Reaktion zeigen. Ich bin mir sicher, dass wir eine starke Rückrunde spielen werden – ich traue dem Team noch sehr viel zu.

Sind Sie überrascht, wie gut Drijencic den Schritt von der dritten Liga Pro B in die Bundesliga gemeistert hat?

Überhaupt nicht, wir wussten ja um seine Qualitäten. Mich hat begeistert, wie er es in relativ kurzer Zeit geschafft hat, eine echte Mannschaft zu entwickeln und sie auf dieses Niveau zu bringen. Das hat ihm sicherlich nicht jeder zugetraut.

Der Cheftrainer-Vertrag von Drijencic gilt nur bis zum Ende der Saison. Gab es schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung?

Bis jetzt gab es dafür noch nicht die passende Gelegenheit. Im Januar oder Februar werden wir uns ernsthaft mit diesem Thema beschäftigen, wobei wir da gar keinen Zeitdruck verspüren.

Verpflichtungen wie die von Vaughn Duggins oder Brian Qvale haben voll eingeschlagen. Die Besetzung des neu geschaffenen Sportmanager-Postens mit Srdjan Klaric scheint sich ausgezahlt zu haben.

Wir haben uns vor der Saison auf eine Spielphilosophie geeinigt. An der Auswahl der hierzu benötigten Spielertypen hatte Srdjan erheblichen Anteil. Zudem ist sein Wert auch in der laufenden Saison nicht zu unterschätzen – er ist sehr nah an der Mannschaft dran und teilt dem Trainerteam seine Beobachtungen mit.

Wie beurteilen Sie ihren Spielmacher Scott Machado, der nach der langen Verletzungspause in der Vorbereitung noch nicht so recht zu seiner Form gefunden hat?

Scott ist noch nicht auf dem Niveau, was wir uns wünschen. Er muss sich noch der Geschwindigkeit der Bundesliga anpassen. Wichtig ist, dass er Spielpraxis bekommt.

Was rechnen Sie sich in der Eurocup-Zwischenrunde gegen Valencia, Limoges und Saloniki aus?

Valencia ist als Spitzenreiter in Spanien sicher der Favorit. Limoges und Saloniki halte ich allerdings für schlagbar. Das Erreichen der K.o.-Runde wäre eine überragende Geschichte für den Oldenburger Basketball.

Sie haben in der Sommerpause betont, wie wichtig es ist, dass die Baskets einen weiteren großen Sponsor neben der EWE finden. Wie ist der Stand der Dinge?

Wir suchen mit aller Kraft nach einem Co-Sponsor. Allerdings müssen wir hierfür jeden Stein umdrehen. Aber die Dringlichkeit ist hoch. Wenn wir stillstehen, werden uns andere Clubs wie etwa Frankfurt überholen.

Die Fußballer des VfB Oldenburg sorgen derzeit in der Regionalliga für Furore. Würde sich ein Drittliga-Aufstieg des VfB negativ auf die Baskets auswirken?

Im Fußball ist das Wachstum für viele Sponsoren erreicht. Im Basketball hingegen nehmen die TV-Einschaltquoten stetig zu – und damit auch das Interesse vieler Unternehmer, diesen Sport zu unterstützen. Die Fangemeinde der Baskets hat aufgrund unseres Wachstums und Erfolgen in der Vergangenheit stark zugenommen. Einen Einbruch, sollte der VfB aufsteigen, kann ich somit nicht erkennen.

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