Cup Der öffentlichen Versicherungen:
Micoud trägt wieder die Raute

Der Franzose spielt mit der Werder-Traditionsmannschaft an diesem Sonnabend in Oldenburg. Der 42-Jährige war einer der letzten großen Spielmacher. Er hofft, dass es bei den Bremern in der Rückrunde besser läuft.

Oldenburg

Frage: An diesem Sonnabend laufen Sie erstmals mit der Werder-Traditionsmannschaft beim Turnier in Oldenburg auf. Was haben Sie sonst seit Ihrem Karriereende getan?

Johan MIcoud (42): Ich bin inzwischen Winzer. Mit einem Freund zusammen baue ich Wein an, es macht unglaublich viel Spaß. Ich finde, der französische Wein ist der beste der Welt.

Frage: Als typischer Spielmacher zählten Sie ebenfalls zu den Besten Ihres Fachs. Inzwischen gibt es kaum noch Akteure, die diese Rolle so ausfüllen, wie Sie es getan haben. Woran liegt das?

Micoud: Die allermeisten Mannschaften haben ihr System so geändert, dass es diese Position nicht mehr gibt. Der Grund ist der Wandel im Fußball. Ein echter Spielmacher benötigte sehr viel Platz und Freiheiten. Das kann sich heute kaum noch eine Mannschaft leisten. Jeder muss sowohl offensiv aber auch defensiv sehr viel Arbeit verrichten. Es gibt keine Spieler mehr, die fast nur in eine Richtung arbeiten können. Deshalb gibt es den überwiegend offensiv ausgerichteten Spielmacher nicht mehr.

Foto Johan Micoud hatte in Bremen häufig Grund zum Jubeln. Nun spielt er für die Werder-Traditionsmannschaft. BILD: dpa

Mittelfeld-Regisseur kam nur auf 17 Länderspiele

Johan Micoud (42) spielte von 2002 bis 2006 bei Werder Bremen und gewann 2004 Meisterschaft und DFB-Pokal. Seine Karriere beendet er 2008 bei Girondins Bordeaux. Da er in der französischen Nationalmannschaft den nahezu gleichaltrigen Zinédine Zidane (43) vor sich hatte, kam Micoud nur auf 17 Länderspiele.

Beim Turnier um den „Cup der Öffentlichen Versicherungen“ spielen an diesem Sonnabend in der großen EWE-Arena in Oldenburg Werder Bremen, Ajax Amsterdam, der Hamburger SV (alle Gruppe A) sowie der VfB Oldenburg, Galatasaray Istanbul und Bayer Leverkusen (alle Gruppe B) um den Sieg. Das Turnier beginnt um 18 Uhr, Sport 1 überträgt ab 18.30 Uhr. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Frage: Ihr ehemaliger Verein Werder Bremen schwebt in Abstiegsgefahr. Kommt die Mannschaft aus dieser gefährlichen Lage wieder heraus?

Micoud: Zuerst einmal muss ich sagen, wie traurig ich bin, Werder in dieser Situation zu sehen. Ich gehe aber fest davon aus, dass das Team in der Rückrunde bessere Ergebnisse einfahren wird. Ich habe in der Hinrunde einige Werder-Spiele gesehen. Wenn die Bremer als Mannschaft aufgetreten sind, wenn jeder dem anderen geholfen hat, waren sie meist erfolgreich. Wenn aber von Spielern falsche Entscheidungen getroffen wurden und dann kein anderer eingesprungen ist, ging es meistens schief.

Frage: Der Fußball-Höhepunkt des Jahres, die EM, findet im Sommer in Ihrer Heimat Frankreich statt. Welche Chancen hat der Gastgeber?

Micoud: Die Franzosen haben hervorragende Einzelspieler. Nun kommt es darauf an, ob und wie sie als Team zusammenfinden. Vielleicht kann die Mannschaft für eine Überraschung sorgen. Als Favoriten sehe ich eher Deutschland, Spanien und Belgien. Der Weg zum Titel führt vor allem über Deutschland, das als Weltmeister sicherlich eine gute Rolle spielen wird.

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09.01.2016
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