Leistungs-Check Der Ex-Werderaner:
Wie spielt es sich ohne das W auf dem Trikot?

Zehn Spieler haben vor der Saison Werder verlassen. Nils Petersen, Luca Caldirola und Richard Strebinger so richtig durchgestartet – die Top-Transfers Franco die Santo und Davie Selke hingegen trauern wohl guten alten Bremer Zeiten hinterher.

Oldenburg Platz 16, erst 20 Punkte und nur ein Heimsieg in dieser Saison – Werder Bremen steckt mitten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob die teils namhaften Abgänge im Sommer 2015 ein Faktor für die Talfahrt sind. Ein Blick darauf, wie es den Profis, die Werder vor der Spielzeit verlassen haben, in ihren neuen Clubs ergeht, lohnt sich aber allemal.

Franco di Santo

Für die festgeschriebene Ablöse von sechs Millionen Euro wechselte di Santo zu Schalke 04. Der Aufschrei im Bremer Fanlager war groß, schließlich erzielte der Argentinier 17 Tore in 49 Liga-Partien für Werder. In Gelsenkirchen rückte di Santo hinter Klaas-Jan Huntelaar, Leroy Sané und Max Meyer ins zweite Glied. Erst ein Tor schoss der Stürmer für Blau-Weiß in der Bundesliga. Bei seinen vielen Minuten auf der Bank wird er wohl ein ums andere Mal über die erfolgreiche Zeit in Grün und Weiß nachdenken.

Davie Selke

Sein Abgang für acht Millionen Euro zu Zweitligist RB Leipzig erregte die Bremer Fanseele. Ausgerechnet das größte Talent aus den eigenen Reihen zog es zum Retorten-Club. Dort befindet sich Selke in der Krise. Nach einer guten Hinrunde mit sieben Toren ist der 21-Jährige inzwischen nur noch zweite Wahl. „Davie war schon in einer besseren Verfassung, aber er muss sich jetzt einfach wieder zurückarbeiten“, sagte Trainer Ralf Rangnick unlängst.

Nils Petersen

Für den Mittelstürmer hat sich der Wechsel vom Norden in den Süden der Republik gelohnt. Petersen, bereits in der vergangenen Rückrunde nach Freiburg ausgeliehen und im Sommer endgültig an den SC verkauft, führt mit 15 Treffern die Torjägerliste der zweiten Liga an und blüht an der Dreisam regelrecht auf.

Eljero Elia

Werder gab den launischen Flügelstürmer vor der Saison ablösefrei an Feyenoord Rotterdam ab. In seiner Heimat kommt Elia gut zurecht. Beim aktuellen Tabellensechsten spielt er meist von Beginn an, erzielte in 21 Einsätzen vier Tore. Zuletzt war er sogar wieder für die Nationalelf der Niederlande ein Thema.

Sebastian Prödl

Nach sieben Jahren an der Weser verließ der Verteidiger Bremen, um sich den Traum von der Premier League zu erfüllen. Beim FC Watford, immerhin auf Rang neun, läuft es durchwachsen. In den ersten neun Partien spielte Prödl durch. Seitdem wechselt er zwischen Tribüne und Startelf. Ein Tor ist dem offensivstarken Innenverteidiger noch nicht gelungen.

Luca Caldirola

Werder verlieh den Italiener für ein Jahr an Darmstadt 98. Beim Aufsteiger ist Caldirola absoluter Führungsspieler, hat in der Innenverteidigung sämtliche 23 Saisonspiele in Liga und Pokal über 90 Minuten auf dem Platz gestanden, und einen großen Teil dazu beigetragen, dass die „Lilien“ bisher vier Zähler mehr als Werder geholt haben.

Izet Hajrovic

Der 24-Jährige ist wie Caldirola für ein Jahr verliehen. Mit dem spanischen Erstligisten SD Eibar steht er überraschend auf Rang sechs – Hajrovic’ Verdienst ist das jedoch nicht. Der bosnische WM-Teilnehmer hat ganze sechs Minuten in der Liga auf dem Feld gestanden. Im Januar holte er sich im Pokal zudem eine Rote Karte ab. Wegen der fehlenden Spielpraxis überlegte Werder, ihn im Winter zurückzuholen, entschied sich letztlich aber dagegen.

Cedrick Makiadi

In der sportlich zweitklassigen türkischen Süper Lig erhält der Kongolese bei Caykur Rizespor (Tabellen-11.) zumindest jene Einsatzminuten, die ihm in Bremen gefehlt haben. Mit 31 Jahren wird der Mittelfeldspieler dadurch aber kaum noch einmal Vereinen in größeren Ligen auffallen.

Ludovic Obraniak

Der 31-jährige Routinier, den Werder unbedingt von der Gehaltsliste haben wollte, läuft bei Maccabi Haifa in Israel als Stammspieler auf. Ob das für seine sportlichen Leistungen spricht, ist schwer zu sagen.

Richard Strebinger

Der 23-jährige Österreicher steht seit Ende November als Nummer eins im Tor von Rapid Wien. Mit dem Traditionsverein kann er noch Meisterschaft (Platz zwei) und Europa League (Sechzehntelfinale) gewinnen. In Bremen (2012 bis 2015) erhielt das Torwart-Talent nur wenige Chancen, die es nicht nutzen konnte.

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Lars Blancke

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