Handball:
Weiner erwartet riesige Party in Rot-Weiß

Ex-Nationaltorwart traut Polen Titel zu – EM-Kolumnist der NWZ

Wilhelmshaven Die polnische Handball-Nationalmannschaft startet an diesem Freitag bei der Heim-EM (15. bis 31. Januar) gegen Serbien in ihre Titelmission. Fern der Heimat wird auch Adam Weiner (40) den Polen kräftig die Daumen drücken. Der Torwart-Routinier in Diensten des Wilhelmshavener HV, der das EM-Geschehen als Kolumnist für die NWZ  verfolgen wird, bereitet sich aktuell mit dem Zweitligisten auf die zweite Saisonhälfte vor.

„Die Vorfreude auf die Europameisterschaft in der Heimat ist riesig“, weiß der ehemalige polnische Nationalspieler: „Die Karten für die EM-Spiele unserer Mannschaft waren in wenigen Minuten ausverkauft. Das zeigt, wie populär der Handball in Polen wieder geworden ist.“

Überhaupt gelten die Polen als äußerst sportverrückt. Hinter Fußball und Volleyball buhlen Handball und Speedway in der Gunst der enorm begeisterungsfähigen Zuschauer um den dritten Platz. In jedem Fall erwartet Weiner bei der EM „eine große Handball-Party in Rot-Weiß“.

Dass in Michael Biegler ausgerechnet ein deutscher Trainer das Nationalteam nun mindestens ins EM-Halbfinale führen soll, war und ist in Polen nicht unumstritten. „Er bekommt aber große Unterstützung vom polnischen Handball-Verband. Zudem werden Trainer über Erfolge bewertet, und da hat er mit dem dritten Platz bei der WM 2015 schon einiges vorzuweisen“, sieht Weiner große Rückendeckung für Biegler, unter dem er zweieinhalb Jahre beim WHV in der Bundesliga gespielt hat. „Wenn bei der EM jetzt allerdings keine Medaille herausspringen sollte, dann muss man abwarten.“

Die Erwartungshaltung bei den Fans und Medien ist jedenfalls riesig. Noch nie ist Polen Welt- oder Europameister geworden. Anteil am bislang größten Erfolg der polnischen Handballer hatte auch Weiner. Bei der WM 2007 in Deutschland wurde er mit dem Nationalteam Vize-Weltmeister – nach einer bitteren 24:29-Niederlage im umkämpften Endspiel gegen die DHB-Auswahl. Damals musste er leidvoll erfahren, was ein Heimvorteil bewirken kann.

„Es ist unglaublich, welche Kraft die Zuschauer einer Mannschaft geben können“, erinnert sich der 57-fache Nationalspieler: „Wir hatten die als Außenseiter ins Turnier gestarteten Deutschen in der Vorrunde noch mit 27:25 besiegt, und auf dem Weg ins Finale haben sie gegen Spanien und Frankreich jeweils in der Verlängerung gewonnen.“

Nun hofft Weiner, dass die polnischen Fans ihr Team nicht minder lautstark anpeitschen: „Ziel ist es, eine Medaille zu holen. Eigentlich ist die Farbe egal, aber Gold wäre natürlich perfekt – und das ist der Mannschaft zuzutrauen.“

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Henning Busch

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