OLDENBURG, 4. Oktober 2011


Greifarme haben Reststoffe fest im Griff

Springer & Sohn Entsorgungsfachbetrieb verarbeitet Schrott für Weitertransport per Schiff


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Zerkleinern:Reststoff-Lagerung: Geschäftsführer Oliver Springer inmitten eines Haufens Kupfer BILD: BILD: Tanja MikulskiTanja Mikulski  Bild vergrößern

Seit 1950 ist das Unternehmen in Familienbesitz. In den letzten sechs Jahren hat sich das Geschäftsvolumen verdreifacht.

von Tanja Mikulski

Oldenburg - Fest im Griff hat der Greifarm des Schrottbaggers die Reststoffe, die zerkleinert werden sollen. Er hebt sie hoch in die Luft, bis sie in der großen Schrottschere kurz zum Ruhen kommen. Mit 800 Tonnen Schneidekraft zerkleinert sie schließlich die Stoffe und spuckt sie in kleinen Teilen wieder aus. „Wir haben die Schere selbst mit Hydraulikfachleuten modifiziert. Somit konnten wir den Durchsatz um 25 Prozent erhöhen“, sagt Oliver Springer, der zusammen mit seinem Bruder Andre Springer in Oldenburg den Entsorgungsfachbetrieb Springer & Sohn in der dritten Generation führt.

Aber nicht nur die Schrottschere kommt bei Springer & Sohn zum Einsatz. Das Unternehmen verfügt unter anderem über einen großen Fuhrpark mit elf Schwerlastern, sowie einer Radioaktivitätsmessanlage.

Bei der Sortierung sorgen zwei geeichte Fahrzeugwaagen für eine genaue Massenermittlung der Reststoffe. Diese werden dann genau nach Material und Reinheit des Reststoffes sortiert und zwischengelagert.

Dabei hat sich Springer & Sohn auf die Annahme und Weiterverarbeitung von Metallen spezialisiert – Kupfer, Messing, Blei, Zinn, Aluminium und Stahlschrott. Aber auch Holz, Elektronikschrott, Kunststoffe, Bauschutt, Papier, Glas und Abfall zur Verwertung nimmt das Unternehmen an.

„Ab einem Kilo Schrott kaufen wir von Kleinhändlern, Handwerksbetrieben, Sanitärbetrieben, Dachdeckern und Elektrobetrieben“, erklärt Oliver Springer. „Ein festes Standbein ist unser Containerdienst. Wir stellen Container in etwa 300 Industriebetrieben auf.“ Auch werde der Schrott bei Schrottgroßhändlern im Umkreis von 120 Kilometern eingekauft, die nicht selber exportieren können. „Oder sie können oder wollen den Schrott nicht stahlwerkseinsatzfähig aufbereiten“, sagt Oliver Springer.

Ein großer Vorteil des Unternehmens sei, dass es die Rohstoffe nach der Aufarbeitung vorzugsweise per Schiff transportiere. Oldenburg ist über die Hunte und den Küstenkanal gut mit den europäischen Schifffahrtsstraßen verbunden.

Die Transportkosten seien so geringer, als wenn der Schrott mit der Bahn oder per Lastkraftwagen transportiert werde. „Wir liefern an Stahlwerke in Deutschland, hauptsächlich in den Norden, Holland, Luxemburg und Frankreich“, sagt Oliver Springer. „Auch exportieren wir in Richtung Indien, Taiwan und China per Seecontainer.“ Durch den direkten Handel erzielt Springer & Sohn attraktive Verkaufspreise. Somit können entsprechend hohe Schrotteinkaufspreise gezahlt werden.

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Das Unternehmen Springer & Sohn hat in den vergangenen Jahren viele neue Kunden dazu gewonnen. In den letzten sechs Jahren hat sich das Geschäftsvolumen verdreifacht. „Früher haben wir 30 000 Tonnen Schrott jährlich verarbeitet, jetzt sind es über 80 000 Tonnen“, sagt Oliver Springer.

1950 gründete Otto Springer die Firma Springer & Sohn in Oldenburg.

Von 1960 bis 2005 leitete sein Sohn Manfred Springer zusammen mit seiner Frau Franziska das Unternehmen.

In der dritten Generation führen seither die Söhne Oliver und Andre Springer den Entsorgungsfachbetrieb.

Das mittelständische Unternehmen verfügt heute über 45 Mitarbeiter. Jährlich werden dort über 80 000 Tonnen Schrott verarbeitet.






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