4. Oktober 2011


„Unternehmen bei uns auf Augenhöhe“

Energiecluster Zusammenschluss von verschiedenen Akteuren in Oldenburg


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Maike Behrendt BILD: Archiv  Bild vergrößern

In Zukunft wird Energiespeicherung wichtiger. Auch die Qualifizierung ist ein Schwerpunkt.

von Ascan Dieffenbach

FRAGE: Frau Behrendt, wie viel Energie steckt im Nordwesten?
BEHRENDT: Er steckt voller Energie – in verschiedener Hinsicht. Auf der einen Seite haben wir die erneuerbaren Energien mit Wind, Solartechnologie und Biomasse. Aber es geht darüber hinaus. In der Region tut sich einiges. Es entstehen Institute und die Wirtschaft wächst. Diese Energie bringt viel Dynamik.

FRAGE: Wie hat sich die Energielandschaft des Nordwestens im vergangenen Jahrzehnt entwickelt?
BEHRENDT: Die erneuerbaren Energien sind sehr wichtig geworden. Insbesondere im Wind-Bereich hat sich viel entwickelt. Zahlreiche Pioniere kommen aus dem Nordwesten, viele Windparks sind entstanden. Es gibt neue Qualifizierungs-Maßnahmen für Fachkräfte. Die Hafenwirtschaft hat sich dem Bereich Offshore zugewandt. Im Oldenburger Land ist auch Bio-Energie ein wichtiges Thema.

FRAGE: Was ist in Zukunft abrufbar?
BEHRENDT: Das hängt damit zusammen, wie zusammengearbeitet wird. Energiemanagement, Energiespeicherung und die Umwandlung von Strom in Gas sind Themen, die heute schon eine zentrale Rolle spielen.

FRAGE: Der Oldenburger Energiecluster ist nicht nur ein Zusammenschluss von Forschungsinstituten und Kommunen. Es gehören auch Unternehmen dazu. Wie leicht ist es für Konkurrenten, zusammenzuarbeiten?
BEHRENDT: Unser Netzwerk soll kontrolliert wachsen. Das bedeutet, dass wir dem Vereinsgedanken folgend Unternehmen aufnehmen, die die Gemeinschaft voranbringen wollen. Es geht bei uns aber in erster Linie nicht um technische Entwicklung. Vielmehr um Vernetzung, um die Entwicklung von Ideen und Projekten durch Zusammenführung von Akteuren unterschiedlicher Technologiezweige. Die Akteure können selber entscheiden, wie stark sie sich einbringen wollen.

FRAGE: Was können kleinere Unternehmen dazu beitragen, wenn sie mit international agierenden Konzernen an einem Tisch sitzen?
BEHRENDT: Für die Kleinen ist es zunächst eine große Chance, mit den großen Konzernen zusammenarbeiten zu können. Sie treffen sich im Energiecluster auf Augenhöhe. Sie können sich außerdem sehr gut einbringen. Kleine Unternehmen haben häufig einen hohen Innovationsgrad und oft auch mehr Flexibilität.

FRAGE: In welchen Teilbranchen sind Sie aktiv?
BEHRENDT: Wir bündeln Partner aus verschiedenen Kompetenzbereichen. Dazu gehören die Energieformen Wind, Sonne und Biomasse. Unsere Mitglieder beschäftigen sich aber vor allem auch mit den Fragestellungen der Energieversorgung von morgen. In diesem Zusammenhang spielen alternative Antriebe, Speichertechnologien, Elektromobilität, Energiemanagement, aber auch Finanzdienstleistungen, Projektierung und die Qualifizierung eine Rolle.

FRAGE: Welche Rolle spielen da die Hochschulen und Universitäten?
BEHRENDT: Sie sind im Bereich der Qualifizierung aktiv, sind aber auch Impulsgeber. Die Universität Oldenburg ist beispielsweise ein Gründungsmitglied des Energieclusters.

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FRAGE: In welchen Grenzen sind Sie aktiv?
BEHRENDT: Wir decken den gesamten Raum Weser-Ems ab. Unsere Mitglieder sind aber auch überregional, national und auch international tätig. Wir sehen den Bedarf, uns geografisch zu erweitern.

Entwickelt wurde der Zusammenschluss von Unternehmen, Kommunen und Instituten im Jahr 2005. Er ist mit rund 50 Mitgliedern das größte Energienetzwerk in Niedersachsen und seit 2007 als eingetragener Verein organisiert.

Maike Behrendt ist Geschäftsführerin des Energieclusters.

 @http://www.energiecluster.de




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