Präzisions-Laser machen vor keiner Form Halt
K. Moder Firma bietet 3-D-Rohrverarbeitung – Großkonzerne in aller Welt als Kunden
Das Rohmaterial in der Halle von Klaus Moder wartet auf den Einsatz am Laser. Vor einem Laser: Geschäftsführer Klaus ModerErfolgreiche Technologie: der LaserDas Endprodukt wird vermessen. BILD: BILDer (3): Dieffenbachascan dieffenbach 
von Ascan Dieffenbach
Nordloh - Mit Laser-Schwertern aus der Science-Fiction-Serie „Star Wars“ hat die Firma „K. Moder“ im ammerländischen Nordloh zwar wenig gemeinsam. Der Geschäftsführer und Firmengründer Klaus Moder wurde aber schon häufig auf einen Vergleich der Film-Technik und der Technik in seinem Werk angesprochen. Er bearbeitet Rohre mit Lasertechnik.
Seine Maschinen bündeln einen rund 20 Millimeter dicken Lichtstrahl auf einen Zehntel Millimeter, wobei sich auch die Energie bündelt. Dann wird der Laser auf ein Rohr geleitet und schneidet die Form in das Material, die Klaus Moder und seine 15 Mitarbeiter benötigen.
„Der Vorteil ist, dass wir die Laseranlagen schnell programmieren können und viele mechanische Bearbeitungen durch ihren Einsatz ersetzen, für die sonst spezielle und teure Werkzeuge nötig wären“, sagt der 56-jährige Klaus Moder. So kann er jede beliebige Form in die Rohre lasern: Dreiecke, Achtecke, Sterne, Schlitze und viele mehr.
Von außen sieht seine Produktionshalle unscheinbar aus, doch was drinsteckt, ist hohe Technik, die weltweit eingesetzt wird. Sein Kundenstamm reicht von Deutschland bis Mexiko. Moder beliefert Subunternehmer der Automobilindustrie, fertigt für LKW- und Landmaschinenbauer. Seine Rohrzuschnitte finden Verwendung in der Stahlmöbelindustrie oder in Ställen. Für einen Motorradhersteller produziert er beispielsweise 2000 bis 3000 Teile pro Woche, die den Rahmen der Maschinen ergeben.
Während er und seine Mitarbeiter noch vor wenigen Jahren komplexe Zeichnungen von den Kunden bekamen, werden ihnen immer öfter 3D-Ansichten per Computer zugespielt. Diese wandelt die Firma Moder um und programmiert so eine ihrer drei Laser-Maschinen. Dann wird ein Rohr eingelegt, und der Rest funktioniert automatisch. Das Rohr wird in den Anlagen gesteuert, der Laserstrahl schneidet es auf die richtige Länge und produziert genau dort ein Loch, wo es hingehört – egal in welcher Größe und Geometrie. Die Rohre können zwölf Millimeter dick sein und trotzdem werden gratfreie Formen ausgeschnitten. „Das ist hilfreich, wenn beispielsweise Kabel durch das Rohr verlegt werden, die nicht beschädigt werden dürfen“, so der Geschäftsführer.
Besonders stolz ist er auf seine neuste Anlage, die er vor eineinhalb Jahren gekauft hat. In ihr können Rohre schneller zugeführt und Laser gekippt werden, was neue Möglichkeiten eröffnet. Mit dieser 3-D-Technik können ganz neue Winkelbearbeitungen an den Rohren gefertigt werden.
Moders erste eigene Maschine war längst nicht so weit und nur für die Rund-Rohrbearbeitung ausgelegt. Das war 1998 im nordrhein-westfälischen Langenfeld, wo er sich selbstständig gemacht hat. Als er mehr Platz brauchte, zog es ihn zunächst nach Wiesmoor, wo er im Vergleich zu Arealen in Langenfelds Umgebung nur ein zehntel des Grundstückspreises zahlen musste. Als es ihm dort dann auch zu klein wurde, zog er mit seiner Technik nach Nordloh in der Gemeinde Apen. „Hier habe ich noch bessere Möglichkeiten, mich von der Konkurrenz abzusetzen“, sagt der gebürtige Braunschweiger Moder. Denn in Nordloh könne er direkt mit der Firma Grimm Maschinenbau zusammenarbeiten, die beispielsweise Schweißarbeiten an seinen Rohren übernimmt. „So können wir den Kunden komplexere Angebote machen“, sagt Klaus Moder. Er bietet also flexible Angebote und hohe Technologie. Von Star Wars keine Spur. Lasertechnik ist in Nordloh schon lange keine Zukunftsmusik mehr.
Klaus Moder beschäftigt sich seit 1982 mit dem Einsatz von CO-Lasern und seit 1990 mit der Bearbeitung von Rohren. Der 54-Jährige ist staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Elektrotechnik.
Von 1982 bis 1998 arbeitete er für verschiedene Firmen im Bereich der Lasertechnik. Dabei bekam er sowohl Einblick in die technischen Gegebenheiten als auch in den kaufmännischen Bereich. Er stellte die „revolutionäre Technik“, wie er es nennt, im Ausland vor. „Ich wurde von den Firmen hofiert“, sagt er, „ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Heute hat er sich am Markt etabliert – Akquise sei für ihn gar nicht mehr nötig.
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