Mit Funktionsbekleidung hoch hinaus
Jeff Green Junges Textilunternehmen produziert Jacken und Hosen mit aufwendigen Details
Ambitionierte Pläne: (von links) Matthias Dose, Peter Bartels und Praktikantin Johanna Doreen Eilers zeigen Produkte, durch die das Unternehmen weiter wachsen soll. BILDer (2): Schult 
von Sebastian Schult
Varel - Matthias Dose macht die Probe aufs Exempel: Obwohl die Raumtemperatur keineswegs eisig ist, schlüpft der Marketingleiter von Jeff Green in eine Winterjacke aus dem hauseigenen Sortiment. „Sie kann von 10 bis minus 20 Grad getragen werden, ohne dass man dabei extrem schwitzt oder friert“, betont er. Eine patentierte Futtermischung aus Polyester und Wolle mache es möglich.
Starke Mitbewerber
Details wie diese sind es, auf die das erst 2008 gegründete Unternehmen aus Varel großen Wert legt. Das kleine Team aus acht Mitarbeitern und zwei Praktikanten produziert und vertreibt Outdoor- und Funktionsbekleidung im gehobenen Preissegment. „Eine Jacke hat zwar in erster Linie zwei Ärmel, aber wir versuchen uns mit unserem Design und dem Material von den starken Mitbewerbern auf dem Outdoor-Markt abzugrenzen“, erklärt Dose die Unternehmensstrategie. Dabei tröpfelt er etwas Wasser auf eine Baumwollhose aus dem Sortiment – das beim Wenden der Hose weiter auf den Boden tröpfelt. „Imprägnieren ist hier nicht nötig“, betont er stolz.
Mit in die Jacke in- tegrierten Brillenputztüchern, oder Kabeldurchführungen für das iPhone, wasserdichten Reißverschlüssen oder speziellen Garnen aus England sind die Mitarbeiter auf der Jagd nach dem Alleinstellungsmerkmal. Die Gesamtheit der Details solle im direkten Vergleich mit der Konkurrenz den Unterschied ausmachen. Dose: „Ein Detail alleine reicht nicht, um sich auf dem Markt abzusetzen.“
Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen akribisch an seiner Außendarstellung. Es gewann Persönlichkeiten wie den Unternehmer und ehemaligen Stuntman Jochen Schweizer als werbenden Fürsprecher. 2009 rüstete das Unternehmen mit seiner Kleidung das Team des Polarforschers Sir Robert Swan für die „Antarctica 2041“-Expedition aus. Ein entscheidender Schritt für die Experten der Textilbranche: „Das war das erste Mal, dass unsere Produkte in einem polaren Umfeld getestet wurden“, sagt der Marketingleiter. Die Resonanz der Expeditionsteilnehmer sei positiv gewesen.
Zwischen 100 und 370 Euro zahlen Kunden derzeit für eine Jacke aus dem Jeff-Green-Sortiment. Gemessen an Jacken in vergleichbarer Qualität sei das nicht viel, betont Dose. In ihrer Preispolitik sehen die Verantwortlichen einen Schlüssel zur Steigerung ihrer Markenpopularität. „Indem wir mit unserer Ware direkt an den Endverbraucher gehen, können wir sie günstiger anbieten“, so der Marketingleiter.
Zahlreiche Messetermine
Etwa 160 verschiedene Produkte vertreibt Jeff Green, mehr als 3000 Kleidungsstücke seien in diesem Jahr bislang über die Ladentische gewandert, sagt Geschäftsführer Peter Bartels. Er prognostiziert: „Bis Jahresende werden es wohl 4500 bis 5000 sein.“
Damit steckt das Unternehmen zwar noch in den Kinderschuhen, doch der Blick ist nach vorne gerichtet. „Wir wachsen an allen Ecken und Enden, haben 25 Messetermine pro Jahr, das ist schon eine Hausnummer“, betont Dose. Die ambitionierten Pläne des kleinen Unternehmens sind auch in seinem Hauptsitz in Varel erkennbar: Noch sind viele Büros unbezogen. „20 Mitarbeiter könnten wir hier noch unterbringen“, sagt der Marketingleiter, und zeigt auf das weitläufige Außengelände. Groß genug sei es, um bei Bedarf noch eine Halle anzubauen.
- FRAGE: Herr Dr. Peters, von den Finanzmärkten ziehen dunkle Wolken auch über der Konjunktur auf. Kann die Wirtschaft im Nordwesten ihre Erfolgsgeschichte dennoch fortsetzen?
PETERS: Es stimmt, wir haben eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung beobachten können.mehr
- Glas ist und bleibt Glas – daran ändert auch die Firma „Semcoglas“ aus Westerstede nichts. Dennoch hat sich der Einsatz und die Wirkung des zerbrechlichen Stoffes in den vergangenen Jahrzehnten von Grund auf verändert.mehr
- Von der Kartoffelzucht zur Putenhaltung: 1922 gründete der aus Pommern stammende Kartz von Kameke das Moorgut Kartzfehn in Bösel (Kreis Cloppenburg). Benannt hat er es nach seinem Vornamen und der Bezeichnung für mooriges Gelände (Fehn).mehr
- 375 Grad Celsius zeigt das Display der „Ledatronic“ an, die durch eine Reglereinheit mit dem Kamin verbunden ist. Durch die elektronische Steuerung kann die Verbrennung im Ofen geregelt werden.mehr
- Mit Dienstgewichten von 2400 bis 14 000 Kilogramm stehen die Verdichtungsgeräte in der Produktionshalle und warten auf ihren Einsatz. Die Rede ist von Vibrationswalzenzügen, die die Atlas Weyhausen GmbH neben den orangefarbigen Radladern in Wildeshausen herstellt.mehr


