Sicherheit gehört zur Firmenphilosophie
Sandkuhl Auftragslage derzeit „sehr gut“ – Bohren und Fräsen mit Computertechnik
von Tanja Mikulski
Ganderkesee - Es riecht nach Lack und Holz in der Produktionshalle der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee. „Wir haben hier zwei eigene Lackierer“, sagt Geschäftsführer Carsten Wichmann. „Somit sind wir eine der wenigen Tischlereien, die auch spezielle Hochglanzoberflächen selber lackieren können.“
Bevor ein fertiges Stück jedoch lackiert werden kann, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. „Wir zeichnen die Möbel am Computer in 3D“, erklärt Wichmann. „Diese werden dann für die Maschine generiert, so dass sie genau weiß, wo sie zum Beispiel bohren und fräsen muss.“ Überwiegend werden bei Sandkuhl Platten verarbeitet. „Der reine Massivholzanteil beträgt etwa 20 Prozent“, sagt Wichmann weiter.
Für die Bedienung der Maschine, dem sogenannten „CNC-Bearbeitungszentrum“, ist unter anderem Tischlergeselle Andreas Meyer zuständig. Er verfügt über eine Spezialausbildung in der Bedienung des Gerätes. Wie von Geisterhand bewegt sich der Maschinenkopf über dem Holz, wechselt automatisch sein Werkzeug und bohrt Löcher.
Des Weiteren gibt es in der Werkstatt eine Maschine zum Platten-Bekannten und eine für den Holzzuschnitt. In einem Bereich werden Furniere stumpf miteinander verleimt. „Der Vorteil ist, dass sich so nichts mehr abzeichnen kann. Sie sind fest miteinander verbunden“, sagt Wichmann. Alle Nacharbeiten werden von Hand gemacht.
In dem Bereich arbeitet Anne Reiners, die gerade ihre Ausbildung zur Tischlerin mit „gut“ abgeschlossen hat. Ein gefertigtes Stück von ihr, eine Art Schiebespiel in einer Tischplatte, das Schlösser extra verriegelt, wurde zum Wettbewerb „Die gute Form“ geschickt. Wichmann: „Bei uns arbeiten fünf Auszubildende und ansonsten überwiegend langjährige Mitarbeiter. Vernünftige Arbeitsbedingungen und Sicherheit sind uns wichtig.“
Auch sei man derzeit dabei, eine Zertifizierung im Bereich Sicherheit mit der Berufsgenossenschaft Holz-Metall zu machen. „So können wir nicht nur die Arbeitsplätze organisieren, sondern auch das Arbeitsleben sicherer und übersichtlicher gestalten“, sagt Wichmann.
Neben dem Maschinenpark verfügt das Unternehmen auch über ein Ausstellungshaus. Dort werden überwiegend Produkte aus der eigenen Fertigung ausgestellt. Auch arbeitet die Firma Sandkuhl mit anderen Firmen zusammen. Ein Schwerpunkt des Unternehmens ist die Herstellung von Bauelementen, dazu gehören zum Beispiel Türen, Parkett, Fußböden, Fenster und Treppen. Der Bereich umfasst etwa zehn bis 15 Prozent. Des Weiteren stellt die Tischlerei Bäder und Küchen her. „Im Bad gehören nicht nur die Möbel dazu“, sagt Wichmann. „Wir bieten auch Komplettsanierungen, Planung und Organisation an. Dafür haben wir eine freie Architektin bei uns.“ Auch kooperiert die Firma Sandkuhl unter anderem mit Klempnern und Elektrikern. Bei den Küchen- und Badelementen setzt sie auf Mineralwerkstoffe. Die Fertigung im Bereich Küche und Badezimmer beträgt etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion.
Ein breites Thema, 50 Prozent, der Produktion, stellen Objektmöbel dar. Dazu gehört unter anderem der Bau von Büromöbeln für Arztpraxen sowie ein kleiner Teil Yachtinnenausbau und Ladenbau. Wohnmöbel, wie Tische, Betten und Schränke machen den letzten Teilbereich der Tischlerei aus. „Wir bieten unseren Kunden immer einen Service vorweg an“, sagt Wichmann. „Wir nennen uns Ideentischlerei, wollen mit unseren Kunden Ideen finden und Lösungen schaffen.“
Der Einzugsbereich des Unternehmens geht bis nach Hamburg. „Die Masse bewegt sich jedoch im Raum Bremen“, weiß Wichmann. Die Auftragslage sei derzeit gut. „Für umfangreiche Projekte haben wir einen Vorlauf von sechs Monaten.“
Die H. Sandkuhl GmbH besteht seit etwa 50 Jahren. Sie ist ein mittelständisches Unternehmen in Ganderkesee.
Die Betriebsfläche des Unternehmens umfasst 8500 Quadratmeter. Darin enthalten sind 1700 Quadratmeter Produktionsfläche, 350 Quadratmeter Ausstellungsfläche sowie 250 Quadratmeter Bürofläche.
37 Mitarbeiter sind bei der Tischlerei angestellt. Darunter sind fünf Auszubildende, sieben AV Meister/Techniker und eine freie Architektin.
Geschäftsführer sind Hans-Hermann Sandkuhl und Carsten Wichmann.
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