4. Oktober 2011


Jade-Weser-Port bringt ganzen Nordwesten voran

Interview IHK-Hauptgeschäftsführer Peters erwartet nur leichte konjunkturelle Abkühlung


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Optimistisch für die Region: Dr. Joachim Peters BILD: IHK  Bild vergrößern

Das „Grundvertrauen“ in den regionalen Unternehmen sei intakt, sagt Joachim Peters, Chef der Oldenburgischen IHK. Das zeigten die vielen Investitionen.

von Rüdiger Zu Klampen

FRAGE: Herr Dr. Peters, von den Finanzmärkten ziehen dunkle Wolken auch über der Konjunktur auf. Kann die Wirtschaft im Nordwesten ihre Erfolgsgeschichte dennoch fortsetzen?
PETERS: Es stimmt, wir haben eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung beobachten können. Jetzt erwarten die Unternehmen der Region eine leichte Abkühlung der Konjunktur. Ein normaler Vorgang. Aber auch eine Reaktion, die zurückzuführen ist auf die schwer einzuschätzende Entwicklung der Finanzmärkte und ihre Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Doch das „Grundvertrauen“ in eine gute wirtschaftliche Entwicklung ist da, wie die Unternehmen uns signalisieren. Das zeigen übrigens auch die vielen Erweiterungsinvestitionen und -pläne überall im Oldenburger Land.

FRAGE: Wie sieht es mittel- und langfristig aus, wo liegen die großen Chancen?
PETERS: Der Jade-Weser-Port wird im August nächsten Jahres in Betrieb gehen. Der neue Containerhafen zieht schon jetzt Investoren im Umfeld an und wird den ganzen Nordwesten als Standort voranbringen. Ein weiteres Beispiel: die Chancen, die sich für unsere küstennahe Region im Bereich Erneuerbare Energien bieten – durch die dafür günstige geografische Lage und das Know-how, das Unternehmen sowie Hochschulen hier aufgebaut haben.

FRAGE: Wird auch in der Region der Fachkräftemangel das Wachstum bremsen? Was ist zu tun?
PETERS: Eine Studie zeigt, dass im Oldenburger Land die Voraussetzungen außerordentlich gut sind, der Fachkräfte-Herausforderung mit gezielten Maßnahmen erfolgreich zu begegnen. Das hängt mit der Bevölkerungsentwicklung und der wirtschaftlichen Stärke der Region zusammen. Die Unternehmen im Oldenburgischen haben vor allem ihre Ausbildungsleistung erheblich gesteigert. Eine richtige, vorausschauende Reaktion. Doch wir müssen auch umdenken und uns umstellen. Das heißt zum Beispiel, einen möglichst frühen Berufseinstieg der jungen Leute und mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen ermöglichen. Letzteres wiederum setzt unter anderem voraus, dass die Wirtschaft noch mehr tut für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wenn wir also dem Fachkräftemangel auf kluge Weise entgegenwirken, brauchen wir ihn und eine Gefährdung des Wachstums nicht zu fürchten.



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