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NWZonline.de

Gute Ernte beginnt mit Schnitt

28.01.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-01-28T05:35:33Z 280 158

Obstbäume:
Gute Ernte beginnt mit Schnitt

Viele kleine, meist saure Früchte sind das Ergebnis, wenn Obstbäume nicht regelmäßig geschnitten werden. Während bei Apfelbäumen deshalb ein jährlicher Schnitt oder zumindest ein Auslichten im Abstand weniger Jahre gebräuchlich ist, zeigt sich das andere Kernobst Birne und Quitte oft in einem schlechter gepflegten Zustand. Führt dies bei der Quitte nicht so bald zu Ertragseinbußen, entwickelt sich die Birne ungeschnitten schnell zu ihrem Nachteil.

Leitäste spreizen

Der natürliche Wuchs der Birne ist einachsig. Es entsteht ein deutlich wachstumsgeförderter Haupttrieb mit wachstumsuntergeordneten Seitenästen. Bei der Erziehung zu Längskronen ist deshalb darauf zu achten, dass die Mittelachse nicht noch zusätzlich gefördert wird. Eine Schwächung des Haupttriebes wird dadurch erreicht, dass die Stammverlängerung kurz gehalten oder auf Saftwaage eingekürzt wird. Darunter versteht man, dass sich die Spitzen der zurückgeschnittenen Leitäste in einer Waagerechten befinden. Zum anderen ist die Zahl der Seitenachsen bei kleinen Bäumen auf vier Leitäste zu beschränken.

Um die Seitentriebbildung anzuregen, werden die Leitäste nach dem Pflanzen auf etwa ein Drittel ihrer Länge zurückgeschnitten. Bei der Mittelachse wird der Konkurrenztrieb entfernt und so weit eingekürzt, dass er die Leitäste maximal nur knapp überragt.

Da bei Birnen die Leitäste häufig in einem zu steilen Winkel zum Mitteltrieb wachsen, werden sie auf einen Winkel von 50 bis 60 Grad gespreizt. Dies erreicht man, indem man einen entsprechend langen, eingekerbten Stock zwischen Haupttrieb und Leit­ast fest einklemmt, allerdings ohne die Rinde zu verletzen, oder indem die Leitäste heruntergebunden werden. Die sich auf den heruntergebundenen Zweigen in den nächsten Jahren bildenden Reiter werden auf Stummel zurückgeschnitten, damit sich dort Fruchtholz bilden kann. Ein so aufgebauter Birnbaum mit luftiger, nicht zu hoher Krone sorgt dann für die Ernte gut ausgereifter Früchte.

Schwieriger ist es, einen jahrelang nicht beschnittenen Birnbaum wieder in Form zu bringen. Dabei ist es wichtig, zuerst die meist hochgeschossenen Bäume einzukürzen. Dazu wird bis zu ein Drittel des Mitteltriebes, das können einige Meter sein, über einem schwachen Seitentrieb abgesägt. Als nächstes werden alle zu steilen Leitäste auf Astring abgetrennt. Die oberen Leitäste sind kräftig auf waagerechte Fruchtzweige einzukürzen. Die untersten Leitäste bleiben am längsten und sollten so eingekürzt werden, dass sie in aufwärts gerichteten Trieben enden. Anschließend sind die größeren Säge- und Schnittstellen mit einem Wundverschlussmittel zu versiegeln.

Altes Fruchtholz

Beim Schnitt der Quitte, die sich eher durch einen strauchartigen Wuchs auszeichnet, ist vielmehr Zurückhaltung angesagt. Nach dem Pflanzen schneidet man die Leitäste auf Saftwaage und kürzt den Mitteltrieb etwa zehn Zentimeter höher ein. In den Folgejahren reicht es dann vollkommen aus, erfrorenes, sich kreuzendes oder nach innen wachsendes Holz zu entfernen. Wer den Fehler macht, die Quitten in ihrer Jugend zu stark zu schneiden, wird merken, dass sie mit einem unerwünschten Wildwuchs reagieren. Wenn sich nach etlichen Jahren ein Schattendach bildet, lohnt es sich, veraltetes Fruchtholz auszuschneiden.