Schädling:
Saatgut vor Bohnenkäfer schützen

Kühle und trockene Lagerung – Larven sterben im Gefrierschrank ab

Der Speisebohnenkäfer ist ein Vorratsschädling, der seine Eiablage auch auf den gelagerten Bohnen vornimmt und sich dadurch schnell und in großen Zahlen vermehren kann. Meist merkt man den Schaden, wenn die Bohnensamen mehrere runde Löcher aufweisen, die zum Teil noch durch die Samenschale verschlossen sind. Später fressen sich die Larven durch die Hülle, so dass mehrere „Fenster“ entstehen.

Der Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) ist ein kleiner, gedrungener Käfer mit einer Größe von drei bis fünf Millimetern. Von anderen Käfern kann man ihn gut dadurch unterscheiden, dass der Kopf vorne geringfügig rüsselförmig verlängert ist und die Flügeldecken das Hinterleibsende nicht bedecken. Die sich bei uns eingebürgerte Art dieses Käfers hat meist eine bräunliche Farbe, auf den Flügeldecken fallen die grauen Längsstreifen auf.

Kommen erst einmal Käfer oder löcherige Bohnen auf dem Lager vor, sind sie zu Speisezwecken nicht mehr zu gebrauchen, weil nach der Zubereitung etliche abgetötete Larven und Käfer jedes Gericht unverzehrbar machen. Das wichtigste ist natürlich, im Frühjahr kein verseuchtes Saatgut auszubringen, um den Entwicklungszyklus des Käfers zu stören. Meist genügt es, die Bohne über Winter kühl zu lagern, um Schäden zu vermeiden. Für den Hobby-Gartenbereich gibt es einfache Lösungen, die zudem auf Gifte verzichten.

Eine sachgerechte Lagerung von Sämereien sollte trocken und kühl erfolgen. Für den Hausgebrauch optimal sind Temperaturen um fünf Grad und ein Wassergehalt um zehn Prozent. Ein guter Aufbewahrungsort ist ein kühler, trockener Keller, wo die Samen aber auch vor Mäusen geschützt werden müssen. Auch ein Platz im Kühlschrank ist denkbar.

Gut getrocknete Samen können bedenkenlos in der Tiefkühltruhe eingefroren werden, wie es auch in den Gen-Banken geschieht. Dies gewährleistet dann zudem ein sicheres Absterben eventueller Käfer oder deren Larven. Natürlich reicht es auch vollkommen aus, das gut getrocknete Saatgut nach der Ernte und ein paar Tage vor der Aussaat für eine kurze Zeit einzufrieren, um eine Verschleppung des Speisebohnenkäfers ins Freiland mit Sicherheit auszuschließen.

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