HUDE, 23. April 2009


Diskussion offenbart große Informationsdefizite

GESAMTSCHULE Gemeinde-Elternrat klärt über Fragebogen auf – 120 Mütter und Väter nehmen teil


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Aufklärungsarbeit: Gemeindeelternratsvorsitzende Karin Claußen (links) informierte gemeinsam mit den Elternvertretern des Schulzentrums und der Grundschulen. BILD: UJO Bild vergrößern

UJO

Hude - Es ging hoch her am Dienstagabend in der Peter-Ustinov-Schule. Der Gemeinde-Elternrat hatte eingeladen zu einem unabhängigen Informationsabend über die „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) und die „Kooperative Gesamtschule“ (KGS). Über 120 anwesende Mütter und Väter machten deutlich, dass das Thema in Hude von zentraler Bedeutung ist.

Die Vorsitzende des Gemeinde-Elternrates, Karin Claußen, stellte die „Spielregeln“ vor: keine politische Grundsatzdiskussion über das Schulsystem, keine pädagogische Grundsatzdebatte über die unterschiedlichen Schulkonzepte. Der „Erfassungsbogen zur Bedürfnisermittlung für die Einrichtung einer Gesamtschule“, der über die Grundschulen ausgegeben wurde, wurde vom Gemeinde-Elternrat vorgestellt. Die Frage, warum Eltern von Kindergartenkindern bzw. Kindern von weiterführenden Schulen nicht ihre Meinung per Fragebogen kund tun dürfen, blieb unbeantwortet.

Die Gemeinden Wardenburg, Hatten, Hude und Ganderkesee werden in dem Fragebogen zusammengefasst zum Bereich Landkreis Nord, die Gemeinden Großenkneten, Dötlingen, die Stadt Wildeshausen und die Samtgemeinde Harpstedt zu Landkreis Süd. In jedem Einzugsbereich kann maximal ein Gesamtschul-Standort errichtet werden. Auch hinsichtlich der Form (Integrierte oder Kooperative GS) wird die Meinung der Eltern abgefragt.

Ulrike Gloy, Elternvertreterin der Grundschule Jägerstraße, wies auf einen Beschluss hin, in dem festgeschrieben werde, dass ein Schultyp nicht einen anderen verdrängen dürfe. Die sich daran anschließende Frage, ob die Schülerzahlen in Hude ausreichen, damit alle Schulen nebeneinander bestehen können, zog eine intensive Diskussion nach sich.

Der Vorsitzende des Ganderkeseer Gemeinde-Elternrates, Sven Jochims, wies darauf hin, dass alle vorliegenden Zahlen über Klassengrößen und Jahrgänge rein spekulativ seien. Da nur ein Standort pro Landkreis Nord bzw. Süd vorgesehen ist, ist davon auszugehen, dass eine Gesamtschule, angenommen in Hude, auch Schüler aus Wardenburg und Ganderkesee besuchen würden. Huder Schüler aber, die z. B. weiterhin eine „richtige“ Realschule besuchen möchten, müssen dann unter Umständen auch nach Bookholzberg oder Ganderkesee „reisen“. Fest stünde auf jeden Fall, dass die Zahl der Fahrschüler innerhalb des Landkreises deutlich ansteigen werde.

Argumente für die KGS waren immer wieder: Seit 20 Jahre wolle Hude ein Gymnasium, die KGS sei nun endlich mal die Chance, den Kindern den Fahrweg nach Oldenburg zu ersparen.

Die Diskussion zeigte, dass es große Informationsdefizite gab, vielen waren die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulformen nicht geläufig. Hermann Dunkler-Gronwald, SPD-Ratsherr und Vater einer neunjährigen Tochter, plädierte dafür, genau wie der Elternrat, auf jeden Fall den Fragebogen auszufüllen und sich an der Diskussion um das künftige Schulsystem in Hude zu beteiligen: „Das ist eine große Chance für Hude, die Schullandschaft zu verändern, eine andere werden wir nicht mehr bekommen.“

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Die Unterschiede zwischen KGS und IGS

Die Kooperative Gesamtschule (KGS) ist als ein „Zwischenmodell“ zwischen dem dreigliedrigen Schulsystem und der IGS anzusehen. Hauptschule, Realschule und Gymnasium werden zwar unter einem Dach unterrichtet, bleiben aber in den Schulformen getrennt. Durchlässigkeit von unten nach oben ist gewährleistet und ist auch im Interesse der Schüler besser und schneller zu organisieren. Schüler verbleiben an der Schule, es ist kein „Abschieben“ an andere Schulen erforderlich.

Die KGS ersetzt dabei die bestehenden Schulformen. Schülerinnen und Schüler, die eine eigenständige Realschule, Hauptschule oder ein Gymnasium an einem anderen Ort besuchen wollen, benötigen dafür aber keine besondere Genehmigung.

In der Integrierten Gesamtschule (IGS) werden Schülerinnen und Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet. Die IGS kann vom 5. bis 12. Schuljahrgang, aber auch ohne gymnasiale Oberstufe geführt werden. Eine Differenzierung entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit des einzelnen Schülers findet durch Förder-, Grund- und Erweiterungskurse statt.






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