LANDKREIS, 14. Mai 2009


Hude und Wardenburg im Norden vorn

GESAMTSCHULE Ergebnis der Elternumfrage liegt vor – Im Südteil fällt Interesse deutlich geringer aus


EGER BEWERTETE DIE RÜCKLAUFQUOTE VON 50 PROZENT ALS „ERFREULICH“. DIE FRAKTIONEN IM KREISTAG KÜNDIGTEN EINE GRÜNDLICHE BERATUNG AN.

VON STEFAN IDEL

Landkreis - Etwa 50 Prozent der Eltern aller Grundschüler im Landkreis Oldenburg haben an der Umfrage zur Einrichtung von Gesamtschulen im Landkreis teilgenommen. Insgesamt antworteten 2964 Eltern; 5914 Fragebögen waren ausgegeben worden. Landrat Frank Eger, der am Mittwoch die Zahlen vorstellte, bewertete die Rücklaufquote als „erfreulich“. Eine Mehrheit der Eltern sprach sich für die Einrichtung einer Gesamtschule aus.

Eine Vorentscheidung über den Standort sei keinesfalls gefallen. „Diese Entscheidung kann ich der Politik nicht abnehmen“, betonte Eger unter Hinweis auf die Schulausschusssitzung am Dienstag, 26. Mai. Bis dahin sollen die Daten noch genauer aufbereitet werden. Unklar sei beispielsweise noch, woher genau die Stimmen für einzelne Standorte kamen. Insgesamt würde dem Kreis eine Gesamtschule „gut tun“, so Eger.

75 für Bookholzberg

Gefragt wurden die Eltern im Bereich Landkreis-Nord (umfasst die Gemeinden Wardenburg, Hatten, Hude und Ganderkesee) sowie im Bereich Süd (Großenkneten, Dötlingen, Wildeshausen und Harpstedt). Im Norden kamen 1876 von 3592 Bögen zurück. Hier sprachen sich 449 Befragte für das dreigliedrige Schulsystem aus; 1329 (70,84 Prozent) wollen eine Gesamtschule. Von diesen 1329 sprechen sich 960 für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) aus. 362 sind für eine Kooperative Gesamtschule (KGS), die nach Schuljahrgängen organisiert ist. Bezogen auf die Standorte wünschen sich 534 (55,63%) eine IGS in Wardenburg, für Hude plädieren 399 (41,56%), nur 8 für Ahlhorn.

Bei der Teilauswertung KGS hat Hude mit 296 die meisten Stimmen (Grafik). 98 Bögen waren ungültig; davon gaben 75 Eltern den Standort Bookholzberg an, der bei der Umfrage des Kreises eigentlich nicht zur Wahl stand.

Harpstedt im Süden vorn

Im Süden kamen nur 1088 (46,86%) der 2322 ausgegebenen Fragebögen zurück. 463 Eltern sprachen sich für das dreigliedrige Schulsystem aus; 607 für eine Gesamtschule. 18 Bögen waren ungültig. Bei der Teilauswertung IGS bekam Ahlhorn mit 155 die meisten Stimmen. Bei der KGS hat Harpstedt (212 Stimmen) die Nase vorn. Aus Sicht des Landrats erscheint es jedoch schwierig, einen Antrag für die Einrichtung einer Gesamtschule im Südteil des Kreises zu begründen. Es sei weder gewährleistet, mindestens 105 Schüler bis zum Jahr 2023 pro Jahrgang zu bekommen, noch die erforderlichen Quoten entsprechend des dreigliedrigen Systems zu erreichen. Derzeit gebe es „gute Argumente“, allein im Norden über Hude nachzudenken. Eine mögliche Gesamtschule in Wardenburg gefährde potenziell das Graf-Anton-Günther-Gymnasium.

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Grüne wollen eine IGS

Das Echo in den Fraktionen fiel unterschiedlich aus. SPD-Fraktionschef Detlef Sonnenberg kündigte sorgfältige Beratungen an. Notfalls müsse die Entscheidung später fallen. Hans-H. Hubmann (CDU) und Ernst-August Bode (FDP) wunderten sich über Egers Vorgehensweise. Ihnen hätten die Zahlen zunächst nicht vorgelegen. Hubmann kündigte gründliche Beratungen an. Es dürfe keine andere Schule gefährdet werden. Bode meinte, eine Vorentscheidung am 26. Mai sei unrealistisch. Eine gründliche Analyse kündigte auch Otto Sackmann (UWG) an.

Allein die Grünen im Kreistag positionierten sich eindeutig: Aus ihrer Sicht haben sich die Eltern eindeutig für ein zusätzliches Schulangebot ausgesprochen. „Die Einrichtung mindestens einer IGS im Landkreis Oldenburg steht jetzt auf der Tagesordnung“, meinte Manfred Rebensburg.




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