HUDE, 28. Mai 2009


Aufgeben kommt nicht in Frage

GESAMTSCHULE Bürgermeister Jahnz will weiter für den Standort Hude kämpfen


JAHNZ SETZT AUF DEN SCHULTERSCHLUSS MIT GANDERKESEE. ES SEI NICHT HINNEHMBAR, WENN BEIDE GEMEINDEN ALS GESAMTSCHULSTANDORT AUßEN VOR BLIEBEN.

VON STEPHAN ONNEN

Hude - „Dieses Lied ist noch nicht zu Ende“ – Hudes Bürgermeister Axel Jahnz will der politischen Symphonie um die Einrichtung einer Gesamtschule eine weitere Strophe hinzufügen, dann allerdings mit einem für Hude besser klingenden Finale als es nach der Kreisschulausschuss-Sitzung vom Dienstag zu erwarten ist.

Mehr Stimmen

Obwohl der Standort Hude in der Elternbefragung insgesamt mehr Stimmen für ein neues Schulangebot bekommen hat als Wardenburg, hält die Kreisverwaltung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen eine Gesamtschule nur in Wardenburg für genehmigungsfähig. Dieses Ergebnis nimmt Jahnz, der die Sitzung im Kreishaus selber verfolgt hat, „zur Kenntnis“, zufrieden geben will er sich damit nicht. „Aufgeben kommt nicht in Frage“, zeigt sich der Bürgermeister kämpferisch.

Bei seinem weiteren Vorgehen setzt er auf einen Schulterschluss mit der Nachbargemeinde. Ohne Wardenburg etwas neiden zu wollen, betont Jahnz, dass es nicht hinnehmbar sei, wenn Ganderkesee und Hude, die mit rund 47 000 Einwohnern etwa 37 Prozent der Einwohner des gesamten Landkreises stellen, als Gesamtschulstandort außen vor blieben. Einen Schülertourismus in Richtung Wardenburg hält Jahnz für „unzumutbar.“

Gemeinsame Sitzung

Jahnz hat am Mittwochmorgen mit seiner Ganderkeseer Amtskollegin Alice Gerken-Klaas telefoniert, weitere Gespräche und Analysen „unter Einbeziehung der Politik“ sollen in Kürze folgen – nach Jahnz’ Dafürhalten schon nächste Woche. Eine Initiative dafür haben die Grünen bereits gestartet: Die Huder Ratsfraktion beantragt eine gemeinsame Sitzung der Schulausschüsse beider Gemeinden. Dass die Ganderkeseer dabei Bookholzberg als Standort für eine IGS ins Spiel bringen werden, ist für Jahnz klar. Er sieht beide Gemeinden nun in der Pflicht, sich auf eine gemeinsame Linie zu verständigen. Dafür sei es noch nicht zu spät.

Jahnz will auch das Gespräch mit den Schulelternvertretern suchen, um eine „vernünftige Vorgehensweise“ abzustimmen. Anja Kipry, Elternratsvorsitzende der Peter-Ustinov-Schule, zeigte sich enttäuscht über den Verlauf der Kreisschulausschuss-Sitzung: „Schade, schade“, lautete ihr Kommentar.

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Verwundert zeigt sich Bürgermeister Jahnz über das Vorgehen der Kreisverwaltung, die anhand der Ergebnisse der Elternbefragung Prognosen für das Jahr 2023 errechnet und mit den vom Gesetzgeber geforderten Mindestschülerzahlen für die Genehmigung von Gesamtschulen abgeglichen hat.

Kritik an Landesregierung

„Wir müssen jetzt hier die Suppe auslöffeln, die uns die schlechte Bildungspolitik dieser Landesregierung eingebrockt hat“, ärgert sich Jahnz.

Nur in einem Punkt stimmt er den Ergebnissen der Kreisschulausschuss-Sitzung zu: „Es besteht weiter immenser Beratungsbedarf.“

Kreisverwaltung: Nur Wardenburg nimmt Hürde

Für die Einrichtung einer Integrierten/Kooperativen Gesamtschule sind mindestens 130 Schüler pro Jahrgang nötig – hochgerechnet bis ins Jahr 2023. Nach den auf der Basis der Elternbefragung ermittelten Prognosen der Kreisverwaltung erreicht Wardenburg 2023 nur 115 Gesamtschüler, für den Standort Hude werden 110 errechnet.

Wird nur der IGS-Wunsch zugrunde gelegt, käme der Standort Wardenburg laut Berechnungen der Kreisverwaltung – auch dank der Unterstützung aus Hatten – auf 106 Schüler. Addiert man die Stimmen der Eltern hinzu, die Wardenburg im Fragebogen als zweite Alternative angekreuzt haben, sind es 141 – damit wären die gesetzlichen Hürden genommen. Für Hude werden selbst unter Berücksichtigung der zweiten Alternative nur 83 IGS-Schüler prognostiziert.

Die Auswertung der Elternbefragung hat der Landkreis im Internet veröffentlicht unter

www.oldenburg-kreis.de

Eine Zusammenfassung von Artikeln zum Thema bietet ein Spezial unter www.NWZonline.de/gesamtschule-landkreis






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