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Hodenhochstand:
Gesundheitsrisiken abwenden

Oldenburg Die Hoden sind Keimdrüsen, die im männlichen Körper wichtige Aufgaben für die Geschlechtsentwicklung und die Fähigkeit zur Fortpflanzung haben. Sie produzieren das männliche Geschlechtshormon Testosteron und die auch als Spermien bezeichneten Samenzellen. Im Verlauf der Schwangerschaft wandern die beim ungeborenen Kind zunächst in der Bauchhöhle sitzenden Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack. Anatomische Besonderheiten wie etwa ein Leistenbruch oder auch Probleme mit der Regelung der Hormonsteuerung können zu Störungen dieses Wanderungsprozesses führen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass rund drei Prozent der männlichen Babys nach einem normalen Schwangerschaftsverlauf mit einer Fehllage des Hodens geboren werden. Da die Hoden erst gegen Ende der Schwangerschaft in den Hodensack wandern, ist das Risiko für eine Fehllage bei Jungen mit einem verfrühten Geburtstermin deutlich höher. Bei Frühchen steigt es nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie auf bis zu 30 Prozent an.

Erhöhtes Krebsrisiko

Auch weil dadurch in der Regel zunächst keine Beschwerden entstehen, bleibt ein behandlungsbedürftiger ein- oder beidseitiger Hodenhochstand bei Neugeborenen in vielen Fällen zunächst unbemerkt. Er sollte aber möglichst schon während des ersten Lebensjahres von einem qualifizierten Kinderurologen, Kinderarzt oder Kinderchirurgen behandelt werden, betont Dr. Wolfgang Mayer, Leitender Arzt der Kinderurologie in der Universitätsklinik für Urologie des Klinikums Oldenburg: „Ansonsten muss das betroffene Kind in späteren Jahren mit Unfruchtbarkeit und einem erhöhten Risiko für Hodenkrebs rechnen.“

Im Normalfall wandern die Hoden spätestens bis zum sechsten Lebensmonat von selbst in den Hodensack. Einer Fehllage der Hoden kann der Kinderarzt meistens im Rahmen der normalen frühkindlichen Untersuchungen auf die Spur kommen. So sind die Hoden normalerweise wie zwei kleine Nüsse gut im Hodensack sichtbar oder können dort ertastet werden.

Mit weiteren Diagnoseverfahren wie zum Beispiel mit Ultraschall oder selten auch einer Bauchspiegelung lässt sich im Verdachtsfall aufklären, ob wirklich ein Hodenhochstand vorliegt und dieser behandelt werden muss.

Während bei dem sogenannten Pendelhoden, der etwa in Folge von Kälte zeitweise vom Hodensack in den höher gelegenen Leistenkanal wandert, in der Regel zunächst die Beobachtung durch qualifizierte Ärzte ausreicht, muss bei allen anderen Fehllagen eine möglichst zeitnahe Behandlung erfolgen. Erste Behandlungsoption ist bei Kleinkindern bis zum zwölften Lebensmonat eine Hormontherapie, mit der das Wachstum der Samenstränge und der Hoden angeregt wird.

Der kleine Patient wird dabei unter ärztlicher Kontrolle für etwa vier Wochen täglich per Nasenspray mit einem Hormonpräparat versorgt. Bei rund 20 Prozent der Betroffenen reicht diese Therapie aus.

Hohe Erfolgsrate

Anderenfalls kann das Problem – stets in enger Absprache mit den Eltern – nur mit einem operativen Eingriff gelöst werden, berichtet Dr. Mayer: „Bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr erzielen wir damit eine Erfolgsrate von mehr als 95 Prozent.“ In den Kliniken für Kinderurologie und Kinderchirurgie des Klinikums Oldenburg werden pro Jahr zusammen etwa 120 entsprechende Eingriffe durchgeführt.

Die Operation eines Hodenhochstands kann fast immer ambulant erfolgen, so dass der kleine Patient nach einiger Zeit der Beobachtung und Erholung noch am gleichen Tag nach Haus zurückkehren kann. Bei dem meistens rund 30 bis 45 Minuten dauernden Eingriff reichen dem Operateur zwei kleine Schnitte aus. Zum einen werden über eine kleinen, in Leistenhöhe geschaffenen Zugang störende Strukturen wie etwa Muskelgewebe durchtrennt oder ein angeborener Leistenbruch versorgt, die den Hoden in der Fehllage festhalten und bei der Wanderung in den Hodensack behindern. Anschließend ist ein zweiter kleiner Schnitt nötig, um den betroffenen Hoden sicher und dauerhaft im Hodensack befestigen zu können.

Die Operation eines Hodenhochstands ist mit sehr geringen Risiken und Nebenwirkungen verbunden und hat sich bei einem einseitigen wie auch bei einem beidseitigem Problem sehr gut bewährt, betont Dr. Wolfgang Mayer. Nur bei sehr hoch, etwa im Bauchraum gelegenen Hoden seien oft mehrere Operationen nötig, die minimal-invasiv erfolgen können.

Bei einem Hodenhochstand muss man von einer hohen Dunkelziffer nicht erkannter Erkrankungen ausgehen. In Deutschland leben rund 1,5 Prozent der Jungen zwischen vier und acht Jahren mit einem Hodenhochstand. Nicht selten wird das Problem erst im Erwachsenenalter erkannt und kann nur durch die Entfernung des betroffenen Hodens gelöst werden.

Zusätzlich zum Hodenhochstand gibt es bei Kindern und Jugendlichen eine Fülle weiterer Fehlbildungen und Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane und der Harnorgane. Die dann gefragte Kinder- und Jugendurologie ist ein Spezialgebiet der Urologie mit Beziehungen zur Kinderheilkunde- und Chirurgie, wobei eine enge Zusammenarbeit wichtig ist.

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