Feuerwerk weiter mit Funken und Tönen
SCHÜTZENGILDE Generalversammlung entscheidet: Musik bleibt – Beschluss: „Pingsten ward fiert“
Klare Mehrheiten auf der Gildeversammlung: „Pingsten ward fiert“ – und zwar mit Musik beim Feuerwerk auf der Burgwiese. BILDER (2): STEFAN IDEL 
VON STEFAN IDEL
Wildeshausen - Draußen waren die Temperaturen um den Gefrierpunkt, doch in der Wildukindhalle kamen die Gildebrüder mächtig ins Schwitzen. „Ist das heiß hier“, stöhnten einige Besucher der Jahreshauptversammlung am Sonnabend bereits nach dem Bericht von Schatzmeister Siegbert Schmidt. Doch die Kellner mussten bis zum Punkt 9, „Beschlussfassung über das nächste Gildefest“, mit dem Bier warten. Die Entscheidung fiel dann einmütig aus: „Pingsten ward fiert.“
Mit 354 Teilnehmern, nur drei weniger als im Rekordjahr 2009, verliefen die Versammlungen der Gilde sowie der Totenlade erneut reibungslos. Oberst Ernst Frost dankte allen Beteiligten für das gelungene Gildefest des Vorjahres. 2788 Personen waren am Dienstag nach Pfingsten zum Königsschießen ausmarschiert. Gut besucht war auch der Ökumenische Gottesdienst am Pfingstsonntag. Er findet auch 2010 statt.
Mit zahlreichen Anträgen aus den Kompanien hatten sich die Mitglieder in diesem Jahr zu befassen. So stellte Hauptmann Harald Hengemühle für die Ratskompanie den Antrag, auf die Musik beim Feuerwerk auf der Burgwiese zu verzichten. Harsche Kritik an der Musik war auch bei den Versammlungen Cornauer Tor und Westertor laut geworden. „Sarah Connor war nicht der Hit“, rief ein Teilnehmer. Schatzmeister Siegbert Schmidt wies darauf hin, dass er für dieses Jahr bereits einen neuen Feuerwerker mit Musik bestellt habe. So ließ General Kian Shahidi für 2011 abstimmen. Das Ergebnis: Lediglich 38 Stimmen fanden sich gegen die Musik. Die Mehrheit wollte am bewährten Klang festhalten.
Kritisiert wurde, dass viele Gildeclubs mit eigenen Fahnen ausmarschiert seien. „Es gibt nur eine Kompaniefahne“, so Hauptmann Ulrich Stukenborg. Fähnrich Bernd Niester kündigte an, dass die Kontrolle der Anzugsordnung künftig besser zu hören sei. Dafür hätten die Fähnriche drei Megaphone angeschafft. Eine deutliche Mehrheit fand sich auch für den Antrag, den Stadtteil Zwischenbrücken wieder in die Marschroute des Umzugs einzubeziehen.
Diskutiert wurde ebenfalls ein Antrag der katholischen Kirchengemeinde St. Peter. Sie erbat eine Spende von rund 4700 Euro für die Sanierung der denkmalgeschützten Taufkapelle. Nach dem Bau des Pfarrhauses und der Sanierung des Kirchturms seien die Mittel „weitgehend erschöpft“, hieß es. Oberstleutnant Franz Duin appellierte an die Versammlung: Die Gilde habe sich schon immer für soziale Belange engagiert und seinerzeit auch 10 000 DM für die Renovierung der Orgel in der Alexanderkirche gespendet. Als „größte Bürgergesellschaft“ der Stadt sei dies zu leisten. Der Antrag fand eine deutliche Mehrheit.
Zur guten Stimmung trug auch so mancher Wortbeitrag bei: So begrüßte Kassenprüfer Gerald Kreienborg auch die Damen, die „aus organisatorischen Gründen“ nicht anwesend sein konnten. Schatzmeister Schmidt versicherte nach Vorwürfen von Ex-König Jürgen Luthardt, dass die Gilde keine Konten in der Schweiz hat. Bei hiesigen Kreditinstituten lägen derzeit 159 927 Euro (2008: 134 766) „auf der hohen Kante“.
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