WILDESHAUSEN, 1. Juni 2010


Zum Gildefest ins Heimatland

Auswanderer Klaus Sandkuhl lebt in Melbourne – Englisch auf Schiff gelernt


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Schützenbote Gerd Tschöpe, Klaus Sandkuhl und Heiner Ahlers (Adjutant des Oberst) beim Gildefest BILD: Blume  Bild vergrößern

Beinah jedes Jahr besucht er das Pfingstfest in Wildeshausen und marschiert mit zum Krandel. Der 69-Jährige ist australischer und deutscher Staatsbürger.

von Tanja Mikulski

Wildeshausen - Warum er in Australien wohnhaft geblieben ist, kann Klaus Sandkuhl aus Kleinenkneten nicht sagen. Aber nach drei Monaten in dem fremden Land war für ihn klar: „Ich gehe hier nicht mehr weg.“

Sandkuhl ist 1965 nach Melbourne, Australien, ausgewandert. Es war ein Morgen im Februar 1964 als er den Entschluss fasste, in ein anderes Land zu reisen. „An dem Tag bin ich mit meinem Auto in den Graben gefahren und gegen einen Zaun gerutscht“, erinnert sich der 69-Jährige, „dann habe ich in einer Zeitung gelesen ,Kommen Sie in das sonnige Australien. Wir unterstützen Einwanderer.’ Ich weiß nicht mehr wieso, aber für mich stand fest, dass ich da hin will.“ Sandkuhl gab seine Arbeit als Kaufmann auf und reiste ein Jahr später, im Januar 1965, mit einem Schiff von Bremerhaven aus ab. Kurz vor Ostern kam er in Melbourne an und fand dort Arbeit bei „Bosch“. Auf dem Schiff verbesserte er Englisch und besuchte anschließend in Melbourne zweimal die Woche eine Abendschule. Seine Frau Doris lernte er auch an Bord kennen. Mit ihr hat er einen Sohn, Dirk, und vier Enkelkinder.

Sandkuhl kann nicht sagen, wo es ihm besser gefällt. „Deutsche sind genauso freundlich wie Australier“, sagt er, „ich bin deutscher und australischer Staatsbürger.“ Obwohl er sich nicht mehr vorstellen kann in Deutschland zu leben, zieht ihn ein Ereignis beinah jedes Jahr ins Heimatland zurück – das Gildefest in Wildeshausen. Auch in diesem Jahr war er dabei. Sandkuhl: „Ich freue mich, die Leute wiederzusehen.“ Ausgezeichnet fand er in diesem Jahr das Feuerwerk auf der Burgwiese, dass er vom Fenster aus gesehen hat. Gewohnt hat er in dieser Zeit bei seiner Schwester Traute.

Sandkuhl ist seit 1981 auch Mitglied in der Wildeshauser Schützengilde und marschierte am Pfingstdienstag mit zum Krandel aus. Einen Orden für 25 Jahre Treue hat er schon bekommen. In einem Gilde-Club ist der 69-Jährige nicht mehr, aber er war einmal Mitglied beim Pfingstclub Cornauer Tor (PCC), dem ältesten Club, der in diesem Jahr sein 50-Jähriges Bestehen feierte.

Kommendes Jahr wird Sandkuhl nicht zum Gildefest nach Wildeshausen kommen; denn er möchte im Mai mit Frau Doris auf einem Schiff in 104 Tagen um die Welt reisen.

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