Beste Stimmung in den Quartieren
Gilde Vor dem Ausmarsch zum Krandel treffen sich die Mitglieder der verschiedenen Kompanien
Vor dem Ausmarsch zum Krandel trafen sich die Schwarzröcke in ihren Kompaniequartieren. Hier die Kompanie Huntetor, die auf der Burgwiese bewirtet wurde. BILD: Olaf Blume 
von Mirja Zipfel Und Marius Meyer
Wildeshausen - Von gediegen bis ausgelassen: Die Stimmung in den fünf Kompaniequartieren war am Dienstagnachmittag auf dem Siedepunkt angelangt. Nach einem recht strapaziösen Vormittag – für einige Gildebrüder erfolgte der Weckruf bereits früh um 4 Uhr – waren die meisten Regimentsmitglieder für eine kleine Atempause mehr als dankbar.
Gemütlich und fast schon familiär ging es in der Ratskompanie unter der Leitung von Fähnrich Thomas Finkenzeller zu. Etwas mehr als 300 Schwarzröcke fanden sich zum Plausch im Festzelt auf dem NWZ -Parkplatz ein. Sie alle gehörten zu den erfahreneren unter den Gildemitgliedern. „Wer hier eintritt, muss mindestens 25 Jahre dabei sein“, erklärte Heinrich Dellwisch. Der 84-Jährige erfüllt dieses Kriterium locker: Seit 65 Jahren ist der Wildeshauser Gildemitglied: „In der ganzen Zeit habe ich nicht ein einziges Fest verpasst.“
Fröhliche Partystimmung auch ein paar hundert Meter weiter bei der Kompanie Huntetor: Fähnrich Jörn Ahlers hatte auf die Burgwiese geladen. 815 Schwarzröcke, darunter viele junge Mitglieder, zählte Hauptmann Manfred Heinrichs. „Sie sind hier, um die Fahne für den Einmarsch auf die Herrlichkeit abzuholen.“ Positiver Nebeneffekt: Für ein Stündchen konnten Zylinder abgelegt und Fliege gelockert werden. Für die Musik waren der Spielmannszug Visbek und das Blasorchester Wildeshausen verantwortlich.
Die Kompanie Cornauer Tor traf sich an der Sögestraße. Dort wurde sie von Fähnrich Bernd Niester bewirtet. Wie viele Schwarzröcke sich dort einfanden, konnte nicht abschließend geklärt werden. Leutnant Manfred Wulf, der vor dem Eingang eine Strichliste geführt hatte, kam auf rund 450 Schwarzröcke. Niester schätze die Zahl stattdessen auf „gefühlte 700“ und verwies auf die entsprechende Zahl der Sitzplätze. Ein Teil der Stühle wurde allerdings vom Spielmannszug und Fanfarenzug Wildeshausen in Anspruch genommen.
Auch bei der Königskompanie war die Stimmung bestens, als sich die ehemaligen Majestäten gemeinsam auf den Ausmarsch zum Krandel einstimmten.
Wie viele Schwarzröcke zu Landmaschinen Schröder gekommen sind, wo die Kompanie Westertor bewirtet wird, kann ziemlich genau gesagt werden. Major Harald Hengemühle beziffert die Zahl auf 871,5: „Einer marschiert mit einem Holzbein mit, den haben wir halb gezählt.“ Außerdem berichtet er, dass von den 29 neuen Rekruten einige bestraft worden seien, weil sie nachlässig gekleidet waren. Interessanterweise habe dies aber eher für die älteren gegolten. „Die 17- und 18-Jährigen gaben ein sauberes Bild ab.“ Die Jüngeren hätten auch das Wildeshauser Lied besser beherrscht.
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